21.04.2008, 15:21 Uhr | bri
Kinderärzte sind gegen Piercings bei Minderjährigen. (Foto: imago)Vereiterte Wunden, abgerissene Ohrläppchen und sogar Ohramputationen - das können die unschönen Folgen von Piercings und Ohrringen sein. Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte fordert jetzt, Piercings und Tattoos bei Minderjährigen zu verbieten. Gesundheitspolitiker der Koalition beschäftigen sich derzeit mit der Altersgrenze für Schönheits-Operationen. Auch ein Verbot von Körperschmuck für Minderjährige könnte dann Gesetz werden.
Sorgen macht den Experten, dass Kinder schon als Babys mit Ohrringen dekoriert werden. "Auch bei Jungen sehen wir Ohrstecker bereits im Säuglingsalter", sagt Hartmann. Piercings und Tattoos seien bei einem Drittel der 14- bis 17-jährigen Mädchen verbreitet und bei 15 Prozent der Jungs.
Piercings und Tattoos werden oft in Studios angeboten, die es mit der Hygiene nicht so genau nehmen. Die Folgen können sehr schlimm sein: Ohrstecker, die in die Haut einwachsen und Entzündungen, die eitern. Bei Piercings durch den Knorpel der Ohren könne es zu so schwerwiegenden Entzündungen und Vereiterungen kommen, dass der Arzt Teile des Ohrs amputieren muss, sagt der Kinderarzt Dr. Ulrich Fegeler. Zudem bestehe immer die Gefahr, dass sich Kinder bei Rangeleien verletzen und Ohrringe und Piercings dabei herausgerissen werden.
Auch Tattoos können negative Folgen haben. Die Farben können zu allergischen Reaktionen führen. Außerdem ist ein Tattoo derzeit nur schwer wieder zu entfernen. Bei einer Behandlung wird die Haut abgekratzt und das führt zu Narben. Bei Piercings durch Brustwarzen kann es später zu Komplikationen beim Stillen kommen.
Derzeit beschäftigt sich der Ausschuss für Gesundheit im Bundestag mit Schönheitsoperationen. Abgeordnete und Gesundheitsexperten beraten über ein Verbot dieser OPs für Jugendliche. Der BVKJ will, dass auch Tattoos und Piercings für Jugendliche unter 16 unter solche ein Verbot fallen. Auch mit Erlaubnis der Eltern dürften dann Jugendliche sich nicht mehr piercen oder tätowieren lassen.
Ärzte fordern derzeit auch, Jugendlichen den Gang zum Solarium zu verbieten, weil die Haut der Heranwachsenden noch viel empfindlicher für die Krebs erregende Strahlung der künstlichen Sonne sei.
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