06.01.2012, 13:34 Uhr | cme mit Pressematerial
Osteoporose: Knochenbrüche treten vor allem an Hüften, Wirbelsäule und Handgelenken auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Osteoporose zählt laut Weltgesundheitsorganisation WHO zu den am meisten unterschätzten Krankheiten. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 Jahren leidet unter Knochenschwund und ist damit anfällig für Brüche. Allerdings können auch junge Menschen erkranken. Obwohl viele Menschen betroffen sind, kursieren viele Irrtümer rund um das Thema. Prof. Andreas Kurth, Mitglied des Vorstands des Dachverbandes Osteologie e. V. (DVO) entlarvt fünf Mythen.
Bis zum 35. Lebensjahr überwiegen knochenaufbauende Prozesse im Körper. Faktoren wie ungesunde Ernährung, Rauchen sowie genetische Veranlagung und Medikamente beeinträchtigen diesen Ablauf. „Osteoporose kann in jeder Altersgruppe auftreten“, erklärt Andreas Kurth. Da sich im Laufe des Lebens der Knochen abbaut und sich die Knochendichte vermindert, erkranken jedoch eher ältere als jüngere Menschen. Schätzungsweise leiden in Deutschland sieben bis acht Millionen Menschen über 50 Jahren an Knochenschwund.
Da ein hormoneller Regelkreis den Stoffwechsel von Knochen steuert, vermindert sich bei Frauen mit Beginn der Wechseljahre über einige Jahre die Knochendichte rasant. Nimmt der Östrogenspiegel im Körper ab, steigt für Frauen das Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Auch bei Männern kommt es zu einer Abnahme des männlichen Hormonspiegels, jedoch viel langsamer. Daher erkranken sie seltener daran und oft erst in späteren Jahren. Trotzdem steigt die Zahl männlicher Patienten deutlich an.
Wer sich nach einem Bandscheibenvorfall zu wenig bewegt, schwächt die Muskulatur zusätzlich. zum Video
Doch der Krankheit kann man vorbeugen. Sogar im hohen Alter kann man noch viel tun, um die Knochen zu stärken. "Egal wie alt Sie sind, Sie können immer etwas für die Gesundheit Ihrer Knochen tun, indem Sie drei grundlegende Schritte befolgen", sagt Professor Heike Bischoff-Ferrari, Leiterin des Zentrums Alter und Mobilität der Universität Zürich/ Stadtspital Waid. "Zuerst einmal müssen Sie für eine ausreichende Aufnahme von Vitamin D sorgen. Zweitens sollte Ihre Ernährung genügend Kalzium und Eiweiß enthalten. Und schließlich sollten Sie täglich auf muskelstärkende körperliche Betätigung achten."
Vitamin D wird unter Sonneneinwirkung von der Haut produziert, in der Nahrung kommt es eher selten vor. Kleine Mengen finden sich hauptsächlich in fettem Fisch und Eiern. Die Vitamin-D-Produktion nimmt im Alter ab: Senioren produzieren nur ein Viertel der Vitamin-D-Menge von jüngeren Erwachsenen. Für Senioren kann es daher sinnvoll sein, Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen. Eine ausreichende Kalzium- und Eiweißzufuhr hingegen wird am besten durch eine ausgewogene Ernährung gewährleistet. Milchprodukte, Bohnen, Nüsse, Früchte und Mineralwasser zählen zu den besten Kalziumlieferanten.
Zu den wichtigsten Maßnahmen für stabile Knochen zählt allerdings die tägliche Bewegung. Laufen, Treppensteigen oder zügiges Gehen sowie muskelstärkende Übungen wie zum Beispiel moderates Gewichtheben eignet sich auch für Senioren. Zudem stärken gezielte Trainingsprogramme Muskeln und Gleichgewicht.
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