15.08.2011, 15:29 Uhr | tze
Welche Organe können verpflanzt werden? (Foto: Archiv)
Seit etwa 50 Jahren sind Mediziner in der Lage, menschliche Organe zu verpflanzen - und die Überlebenschancen für die Patienten nach einer Organtransplantation haben sich stetig verbessert. 1954 gelang erstmals bei einem Menschen eine Nierentransplantation und 1967 wurde die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation durch Dr. Christiaan N. Barnard als medizinische Sensation gefeiert. Heutzutage können Nieren, Herz, Lunge, Leber und Bauchspeicheldrüse transplantiert werden, außerdem der Dünndarm sowie Teile der Haut, Herzklappen, Hornhaut der Augen, Blutgefäße sowie Knorpel- und Knochengewebe .
Vor allem wenn Herz, Lunge und Leber versagen, geht es für den betroffenen Menschen um Leben und Tod. Dann ist Organspende die letzte Rettung und kann dem Erkrankten ein neues Leben schenken. Eine Transplantation ist für den Organempfänger freilich auch ein schwerwiegender Eingriff mit großem Risiko. Daher werden Herz, Lunge und Leber nur verpflanzt, wenn keine andere Behandlung mehr möglich ist.
Die Niere ist das Organ, das am häufigsten verpflanzt wird. In Deutschland gab es bislang rund 63.000 Nierentransplantationen. Da jeder Mensch zwei Nieren hat und ein gesunder Körper mit nur einer Niere normal funktionieren kann, ist prinzipiell eine so genannte Lebendspende möglich. Das heißt, dem Organspender wird zu Lebzeiten eine Niere entnommen. Das geschieht meistens bei verwandten Personen. Die Voraussetzungen dafür sind klar im Transplantationsgesetz geregelt.
Aufgabe der Nieren ist unter anderem, den Wasserhaushalt des Körpers zu regeln und Stoffwechselprodukte sowie schädliche Substanzen auszuscheiden. Wenn die Nieren stark geschädigt sind oder versagen, kann der Betroffene nur mit Hilfe der Dialyse überleben. Dazu wird er regelmäßig zur Blutwäsche an ein Gerät angeschlossen, so zu sagen eine "künstliche Niere". Die Behandlung ist sehr aufwändig und belastend, daher kann eine Nierentransplantation die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern.
Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warten derzeit fast 10.000 Menschen in Deutschland auf eine Spenderniere.
Interaktive Körpergrafik Wo unsere Organe sitzen
Etwas Besonderes unterscheidet die Leber von anderen Organen: Sie kann sich bis zu einem gewissen Grad selbst "reparieren": Wird ein Teil ab oder stirbt ab, wächst neues Gewebe nach. Dank dieser Eigenschaft ist auch bei der Leber eine Lebendspende möglich. Dabei wird dem Spender ein Teil der Leber entnommen und dem Patienten eingesetzt. Dies wird beispielsweise zwischen Eltern und Kindern praktiziert. Bei der so genannten Splitleber-Transplantation (nach Tod des Spenders) teilt man eine Spenderleber in zwei Segmente - so können zwei Patienten - meistens ein Erwachsener und ein Kind - durch ein neues Organ gerettet werden.
Trotz ihrer Regenerationsfähigkeit kann die Leber irreparabel geschädigt werden, zum Beispiel durch Alkoholmissbrauch, Infektionen oder Krebs. Da es noch keine "künstliche Leber" gibt, ist eine Transplantation dann überlebenswichtig. Laut BzGA warten derzeit 1.300 Patienten in Deutschland auf eine Spenderleber.
Verschiedene Krankheiten können zum Herzversagen führen. Dann bleibt als letzte Rettung eine Transplantation. Seit Herztransplantationen möglich sind, wurden alleine in Deutschland knapp 10.000 Herzen verpflanzt. Heutzutage verbessern künstliche Herzpumpen die Überlebenschance während der oftmals langen Wartezeit auf ein Spenderherz.
Das Herz ist ein kompliziertes Organ und kann nach der Entnahme nur vier bis fünf Stunden erhalten werden. Während der erste Patient mit einem Spenderherzen nur 18 Tage überlebte, ist die Erfolgsquote heute sehr gut. Statistiken besagen, dass fünf Jahre nach der Transplantation noch 62 bis 65 Prozent der verpflanzten Herzen ohne Komplikationen arbeiten. Pro Jahr warten rund 800 Menschen in Deutschland auf ein Spenderherz, aber es stehen nur halb so viele Organe zur Verfügung.
Wenn die Lunge nicht mehr richtig arbeitet, bleibt dem Menschen qualvoll die Luft weg. Das passiert beispielsweise bei der Chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD). In fortgeschrittenem Stadium kann eine Lungentransplantation nötig werden. Weil Herz und Lunge eng zusammenarbeiten, ziehen schwere Herzerkrankungen auch das Atmungsorgan in Mitleidenschaft. Sind beide Organe geschädigt, ist es heutzutage möglich, Herz und Lunge gleichzeitig zu transplantieren. Rund 450 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für eine Spenderlunge.
Bei der Zuckerkrankheit - genauer Typ-I-Diabetes - kann die Bauchspeicheldrüse den Zuckerstoffwechsel nicht mehr regeln und die Erkrankten müssen Insulin spritzen. Oft versagen durch Diabetes auch die Nieren. Oft müssen daher beide Organe transplantiert werden. Auf passende Spenderorgane warten derzeit rund 200 dialysepflichtige Diabetiker, deren Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert.
1987 gelang in Deutschland erstmals eine komplette Dünndarmtransplantation, 2008 wurden acht solcher Operationen vorgenommen. Auf der Warteliste für diesen Eingriff stehen Patienten, deren Dünndarm so sehr geschädigt ist, dass sie für den Rest ihres Lebens künstlich ernährt werden müssen.
tze
Uli schrieb:
am 13. September 2010 um 15:11:40
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Nur,wenn
nur ,wenn die Organentnahmen unter "Vollnarkose stattfinden. Ob ein Hirntoter nicht doch alles mitbekommt-dies wissen auch die
"Götter in Weiß" nicht. Zu wenig weiß man v. Menschen und seiner Erkrankung, und auch erst recht nicht, was nach dem Tod ist. Wichtig-strenge Sicherheit und Kontrolle. Es darf nicht sein,das nach dem Tod z.Bsp.:nur ein Angehöriger entscheiden darf(z.Bsp.der Ehemann d.Verstorbenen). Mehrere Angehörige und Gutachter(Herbeiführung des Todes-wie ist es passiert).Wichtig!!
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