10.09.2010, 11:17 Uhr | dpa
Die Organspende des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier hat die Debatte über den eklatanten Mangel an Spenderorganen in Deutschland aufflammen lassen. Die Koalition peilt Verbesserungen an - und diskutiert auch, den Organspendeausweis in den Führerschein zu integrieren.
Jeder sollte sich einmal im Leben mit der Frage der Organspende beschäftigen - etwa während er den Führerschein macht, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, der Nachrichtenagentur dpa. "Wir könnten zudem wie in anderen Ländern einen Organspendeausweis in den Führerschein selbst integrieren, den trägt fast jeder Deutsche immer bei sich."
Der Obmann der Unionsfraktion im Gesundheitsausschuss, Rolf Koschorrek (CDU), kündigte an, für die Widerspruchsregelung zu kämpfen. Dies sei "eine Möglichkeit, die Versorgung mit Spenderorganen hierzulande entscheidend zu verbessern", sagte er der "Welt am Sonntag". Die Ärzte könnten Hirntoten dann Organe entnehmen, wenn die Betroffenen zu Lebzeiten nicht widersprochen haben. Heute muss man vorher seine Bereitschaft erklären.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zeigte sich skeptisch. Die Bereitschaft zur Organspende dürfe nicht verordnet werden, sagte Rösler dem Blatt. "Es besteht auch kein direkter Zusammenhang zwischen der rechtlichen Grundlage und der Zahl der Spenden." Auch Spahn betonte, die Widerspruchslösung sei für viele mit großen Ängsten verbunden. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft und Transplantationsmediziner hingegen befürworten diesen Weg, wie es ihn in anderen Ländern bereits gibt.
Rösler setzt auf mehr Intensivstationen mit Ärzten, die sich mit den Angehörigen über eine Organspende unterhalten und dies organisieren. Bereits vor über einem Jahr hatte Röslers Vorgängerin Ulla Schmidt (SPD) gemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft neue Leitlinien vorgelegt, die solche Transplantations-Beauftragten vorsehen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte "Welt am Sonntag": "Viele Krankenhäuser unternehmen zu wenig, um Transplantationen zu ermöglichen." Die Kliniken sind verpflichtet, Hirntote als Organspender zu melden, aber sie tun es nach Auskunft von Fachleuten im hektischen Klinikalltag zu selten.
Quelle: dpa
Mone schrieb:
am 30. Dezember 2010 um 20:58:16
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Organspende
Die Widerspruchsregelung ist nicht schlecht. Warum soll denn nicht jeder mündige Bürger eine klare Entscheidung für sich
treffen?! Gezwungen wird doch so trotzdem keiner! Alle ,die jetzt so abwertend über Organspende reden,würden im Krankheitsfall sicher ganz schnell anders denken und nach einem lebensrettenden Organ schreien!!
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Problembär schrieb:
am 11. November 2010 um 13:34:42
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nix da
mit der von Steinmeier vorgeschlagenen Lösiung wird der Geschäftemacherei Tür und Tor geöffnet. Steinmeier, der sich gerne
"human" gibt ist einer der übelsten Apparatschicks die in Deutschland ihr Unwesen treben, Hat man etwa auch schon Vergessen, wie er im "Fall Kurnaz" reagiert hat?
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Margit schrieb:
am 13. Oktober 2010 um 13:59:23
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Organspende
Finde das sollte jeder selbst entscheiden können unter Zwang sag ich nein keiner hat das recht über andere menschliche Körper
zu verfügen auch unsere Politiker nicht.
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