26.09.2011, 18:31 Uhr | dpa
Alle Krankenversicherten sollen über ihre Bereitschaft zur Organspende befragt werden. (Quelle: dapd)
Künftig sollen die Krankenkassen jeden Versicherten nach seiner Bereitschaft zur Organspende befragen. Auf diesem Weg möchte Gesundheitsminister Daniel Bahr erreichen, dass mehr Menschen durch eine Organtransplantation gerettet werden können. Die neue Regelung soll ab 2012 gelten.
Von rund 12.000 Patienten, die hierzulande auf ein Spenderorgan warten, sterben jährlich etwa 3000, weil kein Spenderorgan zur Verfügung steht. Deshalb suchen Mediziner und Politiker seit längerer Zeit nach einer effektiveren Regelung der Organspende in Deutschland.
Das Bundesgesundheitsministerium will eine neue gesetzliche Regelung bis zum kommenden Frühjahr unter Dach und Fach haben. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Rundschau". Jeder Bürger solle zumindest einmal im Leben mit der Frage nach seiner Organspendebereitschaft konfrontiert werden, sagte die Sprecherin. Jeder sei in seiner Entscheidung aber völlig frei.
Die gesetzlichen Krankenkassen sollen dazu verpflichtet werden, alle Versicherten über 16 Jahren bei der bevorstehenden Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte über die Organspende zu informieren und zu einer Erklärung über die Spendenbereitschaft aufzufordern. "Jeder, der einen Organspendeausweis hat, ist ein Lebensretter", sagte Bahr. Wichtig sei, dass niemand zu einer Entscheidung gedrängt werde. "Das ist eine so sensible Frage, da darf es zu keinem Zwang kommen."
Die Privatkassen, die sich an der Ausgabe der Gesundheitskarte nicht beteiligen, sollen ihre Versicherten ebenfalls befragen. Das sieht ein Vorschlag des Ministers für eine Änderung des Transplantationsgesetzes vor, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am 26. September vorlag.
Nach Darstellung des Gesundheitsministeriums könnte die Bereitschaft zur Organspende auch auf der neuen Elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Dies sei nur eine Option und zudem freiwillig, sagte die Sprecherin. Klar sei aber, dass Privatkassen davon unabhängig ihre Versicherten über einen Organspenderausweis informieren müssten. "Die neue Gesundheitskarte ist ja nicht der einzige Weg zur Befragung der Mitglieder."
Bei den gesetzlichen Krankenkassen stießen die Überlegungen Bahrs grundsätzlich auf Zustimmung. Man werde die rund 70 Millionen Versicherten auf Grundlage des Gesetzes wie gewünscht über die Möglichkeiten der Organspende informieren, zum Beispiel auch über Mitgliederzeitschriften, sagte Florian Lanz, der Sprecher des Kassen-Spitzenverbandes. Da kommende Woche die Ausgabe der ersten Elektronischen Gesundheitskarten beginne, ließen sich auf diesem Wege aber nicht alle Versicherten erreichen, gab er zu bedenken.
Der Privatkassenverband PKV betrachtet den Vorschlag Bahrs "mit großem Interesse". Um ihn praktikabel umzusetzen, müsse er aber noch fachlich geprüft werden, sagte PKV-Sprecher Stefan Reker. Die Privatkassen engagierten sich schon seit langem für die Förderung der Organspendebereitschaft.
Über die Organspende wird in Deutschland seit langem kontrovers diskutiert. Derzeit gilt in Deutschland die Zustimmungslösung, wonach ein Mensch schon zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt haben muss oder Angehörige eines Hirntoten "Ja" sagen müssen. "Jeder der sich selbst nicht mit dem Thema Organspende auseinandersetzt, legt die Entscheidung in die Hände seiner Angehörigen", sagte Bahr in Berlin. Um die Organspendebereitschaft zu erhöhen, müssten die Menschen einfach mehr informiert werden.
Quelle: AFP , tze , dpa
karlfred schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 06:54:08
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Organspende
So lange die oberen 100000 der Erde (ölscheichs und co.) in Deutschland zuerst bedient werden, während der arme Schlucker leer
ausgeht, gibts von mir nichts.
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fred schrieb:
am 26. September 2011 um 19:29:32
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(0)
organspende
habe vor zig jahren meinen ausweiß weggeschmissen als für einen gewissen turn und taxis innerhalb eines 3/4 jahres 3 herzen
gefunden wurden die vieleicht passen könnten...
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