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Organspende: Experten sprechen von alarmierendem Organmangel in Deutschland

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"Organmangel ist nach wie vor alarmierend"

19.01.2010, 15:42 Uhr | apn/dpa

Organspende: Die Zahl der gespendeten Organe in Deutschland (Grafik: dpa / Quelle: DSO)

Die Zahl der gespendeten Organe in Deutschland. Die Zahlen für 2009 sind vorläufig. (Grafik: dpa / Quelle: DSO)

In Deutschland sterben täglich drei Menschen, die auf der Warteliste für Organtransplantationen stehen. Die Zahl der Organspender stieg im vergangenen Jahr bundesweit gerade einmal um 19 auf nunmehr 1217, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantationen (DSO) am 19. Januar in Frankfurt am Main mitteilte. Sie sprach von einem alarmierenden Organmangel in Deutschland. Vor allem mit einem Ausbau des Meldesystems will sich die Stiftung für eine verbesserte Versorgung einsetzen.

Viele überleben die Wartezeit nicht

Die Anzahl der gespendeten Organe ist sogar um 48 auf 3897 gesunken, obwohl 19 Menschen mehr nach ihrem Tod Organe entnommen werden konnten, um Schwerkranken zu helfen. Dass den Spendern jeweils weniger Organe entnommen werden konnten als 2008, hängt laut DSO auch damit zusammen, dass die Spender immer älter werden. Auf eine Million Einwohner kommen rund 15 Organspender - diese Quote hat sich gegenüber 2008 kaum verändert. "Der Organmangel in Deutschland ist nach wie vor alarmierend", sagte der Medizinische Vorstand der DSO, Günter Kirste. "Wir dürfen nicht länger zuschauen, wie drei Menschen täglich auf der Warteliste für ein Spenderorgan versterben."

Wo es im System der Organspende hakt

Die Spenderzahl hängt laut DSO von zwei wesentlichen Faktoren ab: von der Zustimmung potenzieller Spender oder der Verwandten und vom Engagement der Krankenhäuser. Diese müssten die DSO als bundesweite Koordinierungsstelle über alle potenziellen Spender informieren. "Doch gerade an dieser entscheidenden Stelle hakt es", beklagte Kirste. Um die Abläufe besser zu vernetzen und die Krankenhäuser im Organspendeprozess zu entlasten, haben die Stiftung, das Bundesgesundheitsministerium und die Deutsche Krankenhausgesellschaft bereits im Juli 2009 auf Basis des Transplantationsgesetzes gemeinsame neue Leitlinien verabschiedet.

Pilotprojekt für bessere Koordination gestartet

Hoffnung setzt die DSO auf das von ihr finanzierte Pilotprojekt "Inhousekoordination". Es orientiere sich an Spanien, das mit seinen 34 Spendern pro eine Million Einwohner als "Vorzeigeland" gilt. Bei dem neuen Modell gibt es einen oder mehrere Krankenhausmitarbeiter, die die DSO über alle potenziellen Spender informieren. Außerdem berichten sie der DSO quartalsweise über die Situation der Organspende in ihrer Klinik. Bisher haben sich laut DSO 70 Universitätskliniken und Krankenhäuser dem Projekt angeschlossen. "Wünschenswert wäre, dass sich möglichst alle 151 großen Kliniken in Deutschland beteiligen, um eine zeitnahe und flächendeckende Verbesserung der Situation zu bewirken", sagte der Kaufmännische DSO-Vorstand Thomas Beck.


apn/dpa  

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Kommentare (13)

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Thema: "Organspende: Experten sprechen von alarmierendem Organmangel in Deutschland"

Brigitte Müller schrieb: am 14. Januar 2011 um 14:41:22
(0) (0) Organspendeausweis
Guten Tag, ich hätte Ihnen etwas über Organspendeausweis meines tödlich verunglückten Mannes zu berichten. Mein Mann
ist vor eineinhalb Jahren unschuldig mit seinem Motorrad verunglückt und leider zwi Stunden nach dem Unfall verstorben.Er hatte in seiner Geldbörse seinen Organspendeausweis.Aber keiner der Anwesenden...Polizei,Arzt und Helfer hatten nachgesehen.Mein Mann wurde nach seinem Tod sofort beschlagnahmt, (Versicherungssache).Also Organspendeausweis sinnlos.
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OffenesAuge schrieb: am 12. September 2010 um 10:56:40
(0) (0) organmafia
Ich glaube die illegale Organentnahme, ist trotz aller Beteuerungen und Heuchleien so verbreitet, wie die gesamte weitere
Kriminalität. Die Armen verfügen im Alltag nicht über ihre eigene Existenz und im Kranken-oder Todesfall sind sie den Geiern völlig ausgeliefert. Wie sagte Jesus Christus: "Dort, wo das Aas liegt, da sind auch die Geier!" Und das trifft auf jede Geldgesellschaft zu.
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Martina schrieb: am 9. September 2010 um 21:23:18
(0) (0) Organspende
Ich bin der Meinung, man sollte endlich einen Schritt in Richtung Widerspruchsprinzip gehen. Dann hätte man deutlich mehr
Organe, denn die meisten haben Angst, dass man noch nicht tot ist, wenn die Organe entnommen werden. Wer nicht spenden will, braucht ja nur einen entsprechenden Ausweis in die Papiere zu stecken. War es nur ein Sommerloch, welches die Politiker nach der Spende von Herrn Steinmeier an seine Frau füllen wollten?
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