11.07.2008, 10:35 Uhr | cme
Omega-3-Fettsäuren und Vitamine halten das Gehirn fit. (Foto: Imago)Sich schlau essen - geht das wirklich? So einfach ist der Einfluss unseres Speiseplans auf das Gehirn natürlich nicht. Allerdings findet die Forschung immer mehr Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gehirnleistung. Vor allem Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Pflanzenölen können offenbar das Gedächtnis verbessern sowie Depressionen und Demenz verhindern. Dies schreibt der US-Neurologe Fernando Gómez-Pinilla im Fachjournal „Nature Reviews Neuroscience“. Dem Mediziner zufolge wirken Lebensmittel "wie Medikamente" und können genauso auch unser Gehirn beeinflussen.
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Gomez-Pinilla wertete mehr als 160 Studien aus und kommt zu dem Ergebnis, dass eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung das Gehirn vor Vergesslichkeit und psychischen Krankheiten schützen kann. Am besten untersucht ist der Einfluss der Omega-3-Fettsäuren auf das Gehirn. So sind beispielsweise Depressionen in Ländern, in denen traditionell viel Fisch gegessen wird, wie zum Beispiel in Japan, extrem selten. Eine englische Studien zeigt, dass Kinder, die mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, besser lernen und seltener Verhaltensstörungen zeigen als die Kinder der Vergleichsgruppe. Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in fettreichen Fischsorten wie Lachs, Thunfisch oder Makrele enthalten, außerdem in Lein-, Hanf-, Raps- und Walnussöl.
Die antioxidative Wirkung von Pflanzenfarbstoffen ist durch mehrere Wirkungen belegt. So schützen so genannte Flavonoide aus dunklen Früchten, Kakao oder Schokolade vor oxidativen Schäden, die durch verschiedene Umwelteinflüsse ausgelöst werden und beispielsweise den Alterungsprozess beschleunigen. Auch das Gehirn bleibt jünger, wenn man ausreichend Antioxidantien zu sich nimmt. Verschiedene Studien belegen, dass die Gehirnfunktionen bei älteren Menschen durch die Aufnahme von Flavonoiden verbessert werden.
Damit das Gehirn gut arbeiten kann, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wichtig. So erhöht laut Gomez-Pinilla ein Mangel an Folsäure das Risiko für Depressionen und kann das Gedächtnis beeinträchtigen. Folsäure ist vor allem in grünem Gemüse wie Spinat oder Brokkoli, aber auch in Orangensaft oder Hefe enthalten. Ein Mangel an anderen B-Vitaminen oder Eisen schwächt ebenfalls die Gehirnleistung, wie der Neurologe berichtet.
Gomez-Pinilla forscht bereits seit Jahren über die Faktoren, die die geistige Fitness beeinflussen. Außer der Ernährung helfen auch Bewegung sowie regelmäßiges Gedächtnistraining dem Gehirn auf die Sprünge. Wer beispielsweise im mittleren Alter einen trägen Lebensstil pflegt, hat ein dreifach erhöhtes Risiko, später an Alzheimer oder anderen Formen der Demenz zu erkranken. Umgekehrt halten eine gesunde Ernährung, Bewegung sowie Gedächtnistraining das Gehirn länger jung.
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