29.01.2010, 08:43 Uhr | jmi
Wattestäbchen verursachen oft Ohrenpfropfen anstatt sie zu verhindern (Foto: imago)
Ihre Ohren jucken, Sie hören plötzlich schlechter oder werden dauernd von einem Rauschen im Ohr begleitet? Dann muss nicht immer eine schlimme Diagnose, wie Hörsturz oder Tinnitus, dahinter stecken. Es kann sich dabei auch um einen Ohrenpfropfen handeln. Was so unappetitlich klingt, ist Ohrenschmalz, der einen Klumpen gebildet hat und so den Gehörgang verstopft. Warum sich ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt trotzdem empfiehlt und warum Sie auf keinen Fall zum Wattestäbchen greifen sollten, erfahren Sie hier.
Wenn man plötzlich schlechter hört als sonst, das Ohr juckt oder man ein Rauschen im Ohr bemerkt, können das erste Anzeichen für einen Ohrenpfropfen sein. "Aber auch ein unangenehmes Druckgefühl kann auf ein verstopftes Ohr hinweisen", erklärt Dr. Boris Haxel, HNO-Oberarzt an der Uniklinik Mainz. Jetzt bloß nicht zum Wattestäbchen greifen. "So schieben Sie den Pfropfen noch näher in Richtung Trommelfell." Dann ist er noch schwerer zur entfernen, außerdem kann das Trommelfell beschädigt werden.
Wer glaubt, einen Ohrenpfropfen zu haben, sollte unbedingt zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen. Dieser kann mit einem Otoskop feststellen, ob tatsächlich Ohrenschmalz den Gehörgang verstopft. "Außerdem kann der Arzt sehen, ob bereits eine Verletzung des Trommelfells vorliegt. Wenn ja, wäre Ausspülen mit Wasser gefährlich", warnt Haxel. Außer der Wasserspülung hat der Arzt weitere Möglichkeiten, den Klumpen schonend und schmerzfrei zu entfernen. Entweder wird der Pfropfen abgesaugt oder mit einem Häkchen entfernt. Wie viel Ohrenschmalz ein Ohr produziert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. "Es ist aber sinnvoll etwa ein- bis zweimal im Jahr die Ohren kontrollieren zu lassen."
Um verstopfte Gehörgänge zu verhindern, kann man die Ohren selbst vorsichtig saubermachen. Aber auch hier gilt: Hände weg vom Wattestäbchen. "Lieber mit dem kleinen Finger und auch nur so weit, wie er ohne Gewalt ins Ohr passt", rät Haxel. Auch bei Sprays und Tropfen, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, sollte man vorsichtig sein. Sie sollen den Ohrenschmalz aufweichen und ihn so leicht entfernbar machen. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass der Laie ein verletztes Trommelfell nicht bemerkt und dann schaden Tropfen und Sprays.
Ein Relikt aus alten Zeiten ist die Ohrenkerze. Die Hopi-Indianer sollen sie erfunden haben, um ihre Ohren rein zu halten. Die Ohrenkerze besteht aus Bienenwachs und Baumwolle und ist trichterförmig gewickelt. Sie wird dem Patienten ins Ohr gesteckt, während er auf der Seite liegt. Dann wird sie angezündet. Durch die Wärme soll der Ohrenschmalz aufgeweicht werden, der entstehende Unterdruck soll ihn aus dem Ohr ziehen. "Diese Methode ist aber gefährlich und die Wirkung ist nicht gesichert", so Haxel. So kann zum Beispiel Wachs in den Gehörgang laufen. Deshalb raten HNO-Ärzte ausdrücklich vor Ohrenkerzen ab.
jmi
Markus schrieb:
am 12. September 2011 um 20:40:42
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Arzt-Termin
Danke für den Tipp! Habe eben als Kassenpatient einen Termin für den 16.01.2012 bekommen... ... naja, bis dahin hab´ ich wenigstens meine Ruhe !!!
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Extrem-Schwerhöriger schrieb:
am 9. September 2011 um 16:59:04
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Ohrenschmalz
Empfehlung: Gang zum HNO! Für mich leider nur reine Theorie. Bin extrem schwerhörig und trage Hörgerät. Diese Fremdkörper
schmalzen sehr stark. Die Ohren jucken unangenehm. Müsste theoretisch 2 * die Woche zum HNO zum Säubern der "Löffel". Bekomme aber nur je Quartal 1 Termin. Warte ca. 2-3 h (bin nur Kassenpatient) und bin dann max. 5 min. drin beim Doc. Ohne Termin warte ich 5-6 h. Was soll's !?!?!
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Nisari schrieb:
am 9. September 2011 um 16:50:42
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Gefährlich!
Kann ja wohl nicht euer Ernst sein...Die Tipps von wegen selbst im Ohr rumbohren mit Haarklammern usw. sind sehr gefährlich und
davon ist dringend abzuraten!
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