28.06.2011, 10:46 Uhr | lac
Gemüse selbst anbauen geht auch ohne viel Aufwand. (Foto: imago)
Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten ist nicht nur in Zeiten von EHEC eine verlockende Vorstellung. Denn da weiß man, was auf den Teller kommt - und frisch aus dem Garten schmeckt's sowieso besser als aus dem Supermarkt. Doch viele Hobbygärtner schrecken davor zurück, selbst Tomaten oder Salat anzubauen, weil der Aufwand zu groß erscheint. Dabei muss ein Obst- und Gemüsebeet gar nicht viel Arbeit machen. Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. verrät Tricks für faule Gärtner.
Wer sich wenig Arbeit mit der Gartenpflege machen will, sollte unkomplizierte Gemüse- und Obstsorten wählen. Beim Gemüse empfiehlt Thomas Wagner zum Beispiel Kartoffeln: "Die sind relativ anspruchslos." Kartoffeln werden im Frühjahr gelegt, danach muss sich der Gärtner kaum noch darum kümmern. "Regelmäßig wässern ist wichtig - ab und zu vertragen Kartoffeln aber auch trockene Phasen." Ideal also für alle, die ihren Garten während des Urlaubs allein lassen. Auch Radieschen, Pflücksalat (zum Beispiel Batavia) oder Pak Choi brauchen wenig Pflege - und sind zudem etwas für Ungeduldige: Radieschen sind schon nach drei Wochen erntereif, Pflücksalat und Pak Choi nach sechs Wochen.
Ein weiterer Geheimtipp sind Zucchini. Sie sind nicht nur anspruchslos, sondern garantieren auch eine reiche Ernte: "Schon eine Pflanze reicht aus", sagt Wagner. Für faule Gärtner geeignet ist auch Zuckermais: "Den könnte man sogar jetzt, Ende Juni, noch aussäen", so der Experte. Auch Buschbohnen, Radieschen oder Salat kann man jetzt noch in die Erde setzen. Die meisten Gemüsesorten müssen allerdings im Frühjahr, ab März, angepflanzt werden. Wer wenig Zeit in die Gartenarbeit stecken will, sollte auf Fenchel, Artischocken, Radicchio, Chicorée und Blumenkohl lieber verzichten: Sie reagieren empfindlich, wenn sie mal nicht gegossen oder gedüngt werden. Auch einen regenreichen Sommer verkraften sie schlecht.
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Obst-Fans rät Wagner zu Beerensträuchern. Wer Johannisbeeren anpflanzen möchte, sollte allerdings keine hochstämmigen Sorten wählen: "Die brauchen intensive Pflege." Auch bei Himbeeren kommt es auf die Sorte an: "Sommertragende brauchen einen komplizierten Schnitt", warnt der Experte. Herbsttragende Himbeeren, die ab August bis zum ersten Frost Früchte tragen, sind dagegen pflegeleicht: Nach der Ernte werden sie einfach komplett herunter geschnitten. Ein weiterer Vorteil der herbsttragenden Sorte: Sie werden nicht madig. Denn die Käfer, die in Himbeeren gern ihre Eier ablegen, fliegen im Herbst nicht mehr. "So spart man sich den Pflanzenschutz", sagt Wagner - und damit auch Zeit. Ein Tipp für Gärtner mit wenig Zeit sind auch Heidelbeeren: "Die brauchen keinen Schnitt", erklärt der Gartenfreund. Heidelbeeren gedeihen am besten in einem Hochbeet und sollten in Rhododendron-Erde gepflanzt werden.
Nicht nur der vermeintliche Aufwand des Gemüseanbaus schreckt Hobbygärtner ab - viele fürchten, dass der Platz in ihrem Garten nicht ausreicht. Aber das ist ein Irrtum: Auch ein kleiner Garten eignet sich für den Heimanbau. "Mit einem acht Quadratmeter großen Beet können Sie einen Zwei-Personen-Haushalt das ganze Jahr über mit Gemüse versorgen", sagt Wagner. Wichtig ist das Mulchen: Man bedeckt die Erde mit einer Schicht Mulch - das kann Kompost sein, aber auch Laub oder gehäckselte Zweige. Das hält den Boden schön feucht, so dass man weniger oft gießen muss. Außerdem siedelt sich Unkraut nicht so leicht an. Gegen Schädlinge hilft es, zwischen das Gemüse Kräuter wie zum Beispiel Lavendel zu pflanzen.
Wer gar keinen Garten hat, kann Obst und Gemüse auch auf dem Balkon ziehen - am besten in großen Kübeln, in denen die Pflanzen viel Platz haben. Geeignet sind zum Beispiel Kartoffeln, Mini Pak Choi, Zuckermais, Tomaten und Heidelbeeren. Tomaten gedeihen besonders gut auf überdachten Balkonen, weil sie dann keinen Regen abbekommen: "Sie mögen kein Wasser auf die Blätter", erklärt Wagner. Dafür brauchen sie Dünger. Ein Tipp für alle mit wenig Zeit: Es gibt Langzeitdünger in Form von Stäbchen oder Tabletten. Auch zum Gießen gibt es eine Alternative: eine Bewässerungsanlage. Die versorgt die Pflanzen tröpfchenweise mit Flüssigkeit.
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lac
Kleingärtner schrieb:
am 3. Juli 2011 um 14:27:13
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Genau Beobachter, gut beobachtet!
Vermutlich gehört Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. zu den Leuten,
die entweder nicht rechen können oder die als graue Theoretiker einen gut bezahlten Verbands- / Vereinsposten haben ohne in ihrem Leben einmal selber etwas angebaut zu haben. Den Unterschied zwischen Mulch und Kompost scheint Herr Wagner auch nicht zu kennen. Ein echter Fachmann!!! - Oder hat ein T-Online Redakteur hier mal wieder falsch zitiert?
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Beobachter schrieb:
am 1. Juli 2011 um 23:28:00
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"Mit einem vier Quadratmeter großen Beet können Sie einen Zwei-Personen-Haushalt das ganze Jahr über mit Gemüse
versorgen" Für den täglichen Verzehr von ein paar Salatblättern dürfte es reichen, aber darüber hinaus (täglich Gemüse für 2 Personen) braucht es definitiv mehr Fläche als die eines Ehebettes.
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