28.08.2008, 12:39 Uhr | ag
Zuerst die schlechte Nachricht: Raucher leben im Durchschnitt zehn Jahre weniger als Nichtraucher. Jetzt die gute: Wer das Rauchen vor dem 35. Lebensjahr aufgibt, kann wieder so gesund werden wie ein Nichtraucher und hat ungefähr die gleiche Lebenserwartung. Dies folgt aus einer umfangreichen amerikanischen Studie, die bei 20.000 Männern und Frauen den Einfluss des Rauchens auf die Sterblichkeit verfolgt hat. Dabei wurden die Testpersonen über Jahre hinweg medizinisch begleitet und über ihre Rauchgewohnheiten befragt. Dabei zeigte sich: Selbst diejenigen, die es nicht schaffen, bis Mitte Dreißig einen Schlussstrich unter ihre Raucherkarriere zu ziehen, haben noch eine Chance. Denn ein Rauchstopp verlängert auch zu einem späteren Zeitpunkt die Lebenszeit.
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Ihre Studienergebnisse veröffentlichten Truls Östbye und Donald Taylor von der Duke-Universität in Durham (USA) in der Fachzeitschrift "Health Service Research". Es bestätigte sich, dass das Rauchen deutlich mit der Lebenserwartung und den verbleibenden gesunden Jahren zusammenhängt. "Ex-Raucher fühlten sich gesünder und lebten im Schnitt länger als Raucher", erklärt Östbye. Der Gesundheitszustand der Teilnehmer, die vor ihrem 35. Lebensjahr aufgehört hatten, zeigte dabei keinen Unterschied mehr zu denjenigen, die niemals einen Glimmstängel in der Hand hatten.
Das Aufhören lohnt sich immer, selbst dann noch, wenn man schon krank ist. Die Studie bestätigt das: Auch wer mit 60 aufhört, kann die Lebenserwartung um drei Jahre nach oben korrigieren. Wer weiter qualmt, stirbt dagegen bis zu zehn Jahre früher. Was die meisten Raucher nicht wissen: Auch große Risiken für Lunge und Gefäße werden wieder geringer, wenn der schädliche Rauch wegbleibt. Immerhin erkrankt jeder vierte Raucher im Laufe seines Lebens an einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD). Dies ergab eine Langzeitstudie der British Medical Association (BMA). Die Krankheit gilt als unheilbar und ist mittlerweile die dritthäufiste Todesursache in Europa.
In Deutschland leiden nach Schätzungen von Experten sechs Millionen Menschen an COPD. Symptome sind Atemnot, Husten, der über längere Zeiträume nicht abklingt, oft in Verbindung mit Auswurf. Bei den Betroffenen sind die Bronchien verengt und produzieren übermäßig viel Schleim, was den Luftstrom beim Ausatmen behindert. Die Folge ist Atemnot, die bei fortgeschrittener Erkrankung auch schon bei leichter körperlicher Anstrengung einsetzt. Um die chronisch geschädigten Bronchien nicht weiter zu belasten, empfehlen Ärzte COPD-Kranken einen sofortigen Rauchstopp.
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