02.01.2012, 15:27 Uhr | cf/ netdoctor.de
Ein neues Verfahren macht Rückenmark durchsichtig wie Glas. So lässt sich beobachten, ob sich verletzte Zellen regenerieren. Für die Entwicklung neuer Therapien für Querschnittsgelähmte ist das ein großer Fortschritt.
Bislang sind schwere Rückenmarksverletzungen unheilbar. Sind die Nervenzellen im Rücken erst eine mal durchtrennt, regenerieren sie sich nicht. Warum, ist unbekannt. Wissenschaftler suchen daher schon länger nach Wegen, die Neuronen zum Wachsen anzuregen. Eine neue Methode kann sie dabei erheblich unterstützen: das "gläserne" Rückenmark.
Ob eine neuartige Heilungsmethode erfolgversprechend ist, zeigt sich am Wachstum der Nervenzellen im Labor. Doch das geschieht nur sehr langsam. Um einen Fortschritt überhaupt feststellen zu können, müssen die Forscher den entsprechenden Bereich in kleine Scheiben schneiden, die sie unter dem Mikroskop betrachten. Die zweidimensionalen Schnitte bieten jedoch nur ein sehr vages Bild von der räumlichen Lage und dem Verlauf der Zellen. Zudem können die Nervenzellen beim Schneiden gequetscht werden, was das Ergebnis verfälschen kann. "Das klingt zunächst nicht dramatisch, doch es kann eine eindeutige Aussagen verhindern", sagt Frank Bradke vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, der das neue Verfahren maßgeblich mitentwickelt hat. "Darum haben wir so lange herumgetüftelt, bis wir eine bessere Methode gefunden haben", so der Neurobiologe.
Die Methode basiert auf der Ultramikroskopie. Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Rückenmarksgewebe ist normalerweise undurchsichtig, da das darin enthaltene Wasser Licht anders bricht als die ebenfalls enthaltenen Proteinmoleküle. Die Wissenschaftler entfernen daher das Wasser aus einem Gewebestück und ersetzen es durch eine Emulsion, die das Licht auf die gleiche Weise bricht wie die Eiweiße. Das Resultat ist ein vollständig durchsichtiges Gewebe. "Das ist ähnlich, wie wenn man Honig auf eine Strukturglasscheibe schmiert", erklärt Ali Ertürk, der an der Entwicklung des Verfahrens beteiligt war. Die undurchsichtige Scheibe wird glasklar, sobald der Honig die Strukturunebenheiten ausgeglichen hat.
Die neue Methode ist ein großer Fortschritt in der Regenerationsforschung. Indem einzelne Nervenzellen mit Fluoreszenzfarbstoffen markiert werden, kann ihr Verlauf in dem nun ansonsten durchsichtigen Rückenmarksabschnitt problemlos von allen Seiten betrachtet werden. So können die Forscher zweifelsfrei feststellen, ob die Nervenzellen nach einer Rückenmarksverletzung wieder gewachsen sind. "Wirklich toll ist auch, dass die Methode auch bei anderen Gewebearten problemlos funktioniert", sagt Frank Bradke. So kann zum Beispiel das System der Blutkapillaren oder auch die Einbettung eines Tumors im Gewebe fehlerfrei und in 3D dargestellt und analysiert werden.
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cf/ netdoctor.de
Dore schrieb:
am 3. Januar 2012 um 22:26:15
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Forscher entwickeln gläsernes Rückenmark
Warum nicht, passend zum gläsernen Menschen.
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me schrieb:
am 3. Januar 2012 um 16:09:48
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Gut!
Oh, das wäre wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Hoffentlch hilfts!
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