30.10.2009, 09:07 Uhr | jlu
Nasenspray im Test. (Montage: t-online.de)Ist bei einer leichten Erkältung die Nase verstopft, greifen viele zu einem rezeptfreien Schnupfenmittel oder Nasenspray. Was viele nicht wissen: Nicht alle Schnupfenmittel sind frei Nebenwirkungen. So können besonders die Inhaltstoffe von abschwellenden Nasensprays abhängig machen. Andere Schnupfenmittel enthalten gefährliche Konservierungsstoffe. Zu diesem Ergebnis kommen die Tester von "Öko-Test": Sie haben 99 frei verkäufliche Medikamente gegen Schnupfen unter die Lupe genommen.
So geht's Tipps für die Nasenspray-Anwendung
Die Tester kauften die geprüften Arzneimittel in Drogerien, Apotheken und bei Discountern. Das Ergebnis: 38 Produkte erhielten die Noten "sehr gut" oder "gut". Darunter waren ausschließlich Schnupfenpräparate mit Salz, die nicht abschwellend, sondern befeuchtend wirken. Solche Nasensprays sind vor allem zum Vorbeugen einer Erkältung sinnvoll. Denn in feuchten Nasenschleimhäuten können sich Krankheitserreger nicht so schnell festsetzen.
37 Schnupfenmittel wurden hingegen mit mangelhaft und ungenügend bewertet. Denn die Präparate enthalten laut "Öko-Test" überflüssige Wirkstoffe. So ist der Zusatz von Isländisch Moss, das zum Beispiel im "Klosterfrau Broncholind Schnupfenspray Isländisch Moss" steckt, nicht sinnvoll. Denn es wirkt nur gegen Husten und Schleimbildung, nicht aber gegen Schnupfen.
"Öko-Test" kritisiert auch die Kombination eines abschwellenden Wirkstoffes wie Xylometazolin oder Oxymetazolin mit einem antiallergisch wirkendem Antihistaminikum. Der Grund: Eine normale Erkältung hätte nichts mit einer Allergie zu tun, das Antiallergikum sei also überflüssig. Eine solche Wirkstoffkombination fanden die Tester unter anderem in den "Rhinopront Kombi Tabletten" von Mc Neil.
Doch die abschwellenden Substanzen, die die Nase wieder frei machen, haben noch einen weiteren Nachteil: Sie können bei zu langer Anwendung abhängig machen. Denn die Nase gewöhnt sich schnell an die befreiende Wirkung des Sprays. Verstopft sie Nase erneut, verlangt der Körper nach dem befreienden Medikament. Deshalb ist es wichtig, dass man ein abschwellendes Nasenspray nicht länger als eine Woche benutzt.
Doch die meisten Schnupfenmittel sind noch aus einem weiterer Grund durchgefallen: Sie enthalten den Konservierungsstoff Benzalkoniumchlorid, der in Reinigungsmitteln wie Sagrotan vorkommt und zu schlimmen Schäden der Nasenschleimhaut führen kann. Enthalten ist dies Subtanz unter anderem in den Präparaten "Nasenspray E Hexal" von Hexal, "Nasic für Kinder Nasenspray" von Cassella-med, "Otriven Schnupfen0,025% Nasentropfen Säuglinge" von Novartis und "Wick Sinex Schnupfenspray Dosiersystem" von Wick.
Das komplette Testergebnis finden Sie in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Öko-Test".
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