21.06.2010, 14:30 Uhr | dpa/afp/ap
Geheimnis des "blauen Mozzarella" gelüftet: Bei der Produktion kam der Käse mit bakteriell verunreinigtem Wasser in Kontakt. (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Weil sich der Käse nach dem Öffnen blau färbte, hat die italienische Polizei am Wochenende in Turin 70.000 Packungen Mozzarella aus Deutschland beschlagnahmt. Der "Schlumpf-Mozzarella", wie italienische Zeitungen ironisch titelten, wurde von der Milchwerk Jäger GmbH im bayerischen Haag für die italienische Supermarktkette "Eurospin" produziert. Unterdessen bestätigte der Hersteller den Verdacht, dass einzelne Mozzarella-Packungen mit Bakterien verunreinigt waren.
Verbraucher in Italien hatten sich über den verfärbten Käse beschwert. Das staatliche italienische Fernsehen berichtete, dass eine Kundin in Turin die Polizei anrief, nachdem sie beobachtet hatte, wie sich der Mozzarella bei Luftkontakt blau färbte. Bei mehreren Lebensmittelgeschäften in Turin seien ähnliche Beschwerden eingegangen. Daraufhin wurden Proben an mehrere Untersuchungslabore geschickt. Erkrankungen wegen des blauen Mozzarellas wurden zunächst nicht bekannt. Eine Verunreinigung mit dem Eiterbakterium Pseudomonas sei die wahrscheinlichste Ursache für die seltsame Färbung, erklärte Direktorin des staatlichen Hygiene-Instituts Turin, Maria Caramelli. Man werde jedoch die Käseproben aus Sicherheitsgründen auch auf das Vorkommen von giftigen Substanzen prüfen - wie etwa Metallspuren von Kupfer, Nickel oder Blei.
Der Käseproduzent aus Bayern hat nun gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt, dass Bakterien der Gattung Pseudomonas die Ursache des Blaustichs waren. "Dieser Keim war im Wasser und hat dann an der Luft zur Verfärbung geführt." Bislang habe es den Keim, den beispielsweise Brauereien stets aus dem Wasser filtern, bevor sie daraus Bier brauen, im Haager Wasser nicht gegeben, betonte Geschäftsführer Hermann Jäger. "Aber wir haben gerade eine Baustelle, vielleicht ist Oberflächenwasser ins Tiefenwasser gedrungen." Seit drei Wochen werde das Wasser jetzt gefiltert. Jäger ist verärgert über die italienischen Behörden. "Mitte Mai waren einige Mozzarella-Kugeln - etwa zehn - blau, das stimmt. Aber das Problem ist gelöst. Das wissen die Behörden auch."
Dabei geht es manch einem Italienier nicht nur um die Färbung der Käsekugeln. So kommentierte etwa der Turiner Staatsanwalt, Raffaele Guariniello: "Die eigentliche Neuigkeit ist doch, dass man heute in Italien - der Heimat dieses beliebten Milchprodukts - Mozzarella aus Deutschland isst". Mozzarella ist die am meisten konsumierte Käseart in Italien. 20.000 Tonnen lieferte das Milchwerk Jäger nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr dorthin. Das Werk sei eine von fünf bayerischen Molkereien, die nach Italien lieferten. Italienische Medien haben eine banale Erklärung für den Massenimport: Der Preis. So habe der beschlagnahmte deutsche Mozzarella nur 49 Cent gekostet, während italienische Produkte dreimal teurer seien.
Es ist nicht das erste Mal, dass Mozzarella in Italien negative Schlagzeilen macht. Zu Beginn des Jahres geriet ausgerechnet der beste Mozzarella, der nur aus Büffelmilch hergestellt wird, in die Kritik. In Proben wurden Spuren normaler Kuhmilch gefunden. Vor zwei Jahren wurden in Büffelmozzarella Spuren von Dioxin entdeckt, was in einigen europäischen Länder zu vorübergehenden Importverboten führte.
Quelle: dpa
Niro70 schrieb:
am 23. Juni 2010 um 23:07:01
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alles Käse
Wandel durch Handel; das Ergebnis ist immer der Maximalprofit; einer bescheißt den anderen; das Ergebnis sind immer Skandale;
Pfusch in der Möbelindustrie bis hin zum Mozzarella; wie lange muß der europäische Gemeinschaftsbürger diese kriminellen Handlungen hinnehmen? Klaut eine Verkäuferin Kuchenkrümel wird sie gefeuert; Verbraucherschutz; Justiz u.a. sind gefordert da eine stramme Linie reinzubringen. Ganoven; habt ihr es verstanden?
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Hans Krupp schrieb:
am 22. Juni 2010 um 09:38:37
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Verunreinigung
Schon meine Großmutter sagte: "Jung, wat nix kostet ist nix" und sie hat Recht. Wir sollten jetzt nur nicht uns herablassen,
auf die Leute zu schimpfen, die die Billigprodukte kaufen; es ist doch vielmehr ein gesellschaftliches Problem, welches unsere heutigen Politiker nicht Willens sind zu bekämpfen, nänmlich die immer größer werdenede Kluft zwischen Arm und Reich. Manche können sich halt nur noch die Billigartikel leisten, weil der Lohn nicht mehr stimmt. Ehrlicher Lohn für ehrliche Arbeit...
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Trabbi schrieb:
am 22. Juni 2010 um 09:33:15
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blauer Mozzarella
Könnte man doch noch als Gorgonzola verkaufen :-)
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