02.06.2009, 17:31 Uhr | AP/dpa
Neue Rabattverträge: Millionen AOK-Versicherte bekommen neue Pillen. (Foto: imago)Millionen von AOK-Versicherten müssen sich seit 1. Juni darauf einstellen, andere Arzneimittel als bisher zu bekommen. Hintergrund sind die neuen Rabattverträge, die die Krankenkasse in Berlin vorstellte. Der Deutsche Apotheker-Verband rechnet deshalb mit einer "enormen Welle an Mehraufwand und Erklärungsbedarf in den Apotheken".
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Die AOK hat neue Arzneimittelverträge mit 22 Pharmaherstellern ausgehandelt und will damit rund 512 Millionen Euro sparen. Künftig sollen Patienten 63 Wirkstoffe nur noch von dem Hersteller bekommen, mit dem die AOK einen solchen Vertrag hat.
Für die meisten Patienten - vor allem chronisch Kranke - bedeutet dies, dass sie von ihrem bisherigen Präparat auf ein anderes mit dem gleichen Wirkstoff umgestellt werden. Es sei denn, der Arzt trifft eine andere Entscheidung. Medizinisch ist dies nach Einschätzung von Experten folgenlos, doch sträuben sich Patienten bisweilen dagegen, ein bewährtes Mittel auszutauschen. Die AOK präsentierte jedoch Umfrageergebnisse der Universität Duisburg-Essen, wonach die Mehrzahl der AOK-Versicherten kein Problem mit Rabattverträgen habe. "Für mehr als drei Viertel der über 2.000 befragten AOK-Versicherten verlief die Umstellung auf ein Rabattprodukt problemlos", erklärte die Krankenkasse.
Der Deutsche Apothekerverband erwartet allerdings Probleme bei der Umstellung. "Millionen AOK-Versicherte müssen innerhalb kürzester Zeit auf neue Präparate umgestellt werden", erklärte der Verbandsvorsitzende Fritz Becker. "Wir bereiten uns intensiv auf eine enorme Welle an Mehraufwand und Erklärungsbedarf in den Apotheken vor." Die Teams in den Apotheken seien gefordert. Becker verwies auch auf den Aufwand, die neuen Produkte auf Lager zu halten und die Computersoftware entsprechend umzustellen. Laut Becker haben die Apotheker zusammen mit der AOK die Umstellung bereits seit Monaten vorbereitet. "Trotzdem sollten Patienten sich schon jetzt auf längere Wartezeiten einstellen", sagte er.
Das Gesundheitsministerium hatte 2003 die Möglichkeit zu Rabattverträgen gesetzlich verankert und stellt sich ausdrücklich hinter die Maßnahme. Die Krankenkassen müssten alle Möglichkeiten nutzen, die rasch steigenden Arzneimittelkosten zu drücken, erklärte der zuständige Abteilungsleiter Franz Knieps. Die Rabattverträge hätten sich dabei bewährt.
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