24.06.2011, 10:31 Uhr | dpa
Migräne: Falsche Ernährung, mangelnde Bewegung und viel Stress fördern chronische Schmerzen. (Foto: imago)
Es wummert, bohrt oder pulsiert, manchmal kommen auch Wahrnehmungsstörungen oder Übelkeit hinzu: Kopfschmerzen und Migräne haben rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland mehr oder weniger stark im Schraubstock-Griff. Eine frühzeitige Behandlung kann jedoch verhindern, dass der Schmerz später chronisch wird.
Bei manchen dauert der Schmerz nur wenige Minuten, andere sind tagelang außer Gefecht gesetzt. Kopfschmerzen und Migräne betreffen aber längst nicht nur Erwachsene: Die Zahl der jungen Kopfschmerzpatienten hat sich seit den 70er Jahren etwa vervierfacht. Studien aus Norwegen haben gezeigt, dass ein frühes Aufklärungsprogramm das Risiko für einige Arten von chronischen Kopfschmerzen mindert.
"Die Prävention von Kopfschmerzen muss schon in der Schule beginnen", betont auch Professor Andreas Straube vom Uniklinikum München. Wer früh darüber informiert sei, wie Ernährung, mangelnde Bewegung, Lebensrhythmus und Kopfschmerzen zusammenhängen, könne sein Risiko für Migräne senken. Außerdem sollte Stress vermieden werden. Dazu zählt übrigens auch ausgedehntes Musikhören: "Wer mehr als eine Stunde MP3-Player hört, hat ein höheres Kopfschmerzrisiko", sagt Straube. Auch Bewegung und Sport seien vorbeugende Maßnahmen, so der Mediziner.
Neben der Prävention diskutieren Wissenschaftler derzeit andere Therapieansätze, so dass Migräne-Patienten mittelfristig auf Besserung hoffen können. Die Wirkstoffe Triptan und Dihydroergotamin (DHE) können künftig mittels Hochdruck durch die Haut injiziert, beziehungsweise inhaliert werden. Dies soll ihre Wirksamkeit wesentlich erhöhen.
Bei chronischer Migräne haben zwei große Studien zudem die lindernde Wirksamkeit von Botox nachweisen können. "Onabotulinumtoxin A wird dabei an 31 verschiedene Stellen des Kopfes injiziert", erläutert Hans-Christoph Diener vom Uniklinikum Essen das Verfahren. "Vermutlich werden dabei die Schmerzsignale unterbrochen", sagt er. Die Migräneattacken pro Monat konnten in den Studien durch Botox deutlich reduziert werden.
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dpa
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