20.08.2008, 18:08 Uhr | dpa
Wer Kopfschmerzen hat, greift schnell zur Tablette. (Foto: dpa)Wenn der Schädel dröhnt und pocht, ist das ein sicheres Zeichen für Kopfschmerzen oder Migräne. Mehr als die Hälfte aller Deutschen leidet unter diesen Schmerzattacken. Besonders der Herbst und seine instabilen Wetterlagen, sorgt für ein erhöhtes Schmerzrisiko. Doch Migräne und Kopfschmerzen werden unterschiedlich behandelt und Therapiemöglichkeiten sollten mit dem Arzt genau abgeklärt werden.
Schmerzmythen Abhängig durch Schmerzmittel?
Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Krankheiten der ganzen Welt. In Deutschland leiden sogar mehr als die Hälfte aller Menschen regelmäßig unter diesen Schmerzattacken: Knapp 40 Prozent der Erwachsenen kämpfen nach Angaben des Forums Schmerz regelmäßig mit sogenannten Spannungskopfschmerzen, weitere 10 Prozent leiden unter Migräne.
Besorgniserregend ist die steigende Anzahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen. So kennen laut der Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft bereits mehr als ein Drittel aller Teenager die Qual der wiederkehrenden Kopfschmerzen.
In den kommenden Wochen müssen kopfschmerzanfällige Menschen mit noch größeren Problemen rechnen. Im nahenden Herbst wechseln sich wetterbedingte Hochs und Tiefs immer wieder ab und das Schmerzrisiko steigt. Neuesten Studien zufolge, gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Wetter und den Kopfschmerzattacken.
Vor allem Wetterwechsel verursachen Schmerzen im Kopf. Denn instabile Wetterlagen bedeuten für den gesamten Körper "puren Stress", so der ärztliche Leiter des Ostdeutschen Kopfschmerzzentrums in Berlin, Jan-Peter Jansen.
"Blutgefäße, Nerven und Muskeln liegen sehr nah an der Oberfläche des Kopfes, weswegen sich diese schon bei geringen Temperaturabfällen zusammenziehen. Dies kann dann Kopfschmerzen auslösen", erklärt der Mediziner. "Dagegen kann man sich zwar kaum schützen. Man sollte sich jedoch bei nasskaltem Wetter eine Mütze aufsetzen, um den Kopf nicht abzukühlen".
Die eigentlichen Ursachen der Kopfschmerzen sind jedoch bis heute nicht vollständig erforscht, auch wenn die Krankheit so weit verbreitet ist. Laut dem Leiter des Forums Schmerz vom Deutschen Grünen Kreuz, Dietmar Krause, sind bei Spannungskopfschmerzen wohl verspannte Muskeln das Problem. Symptome der Krankheit sei ein beidseitiger, dumpf drückender Schmerz von leichter bis mittlerer Stärke. "Wirklich sicher ist man sich aber nicht".
Was hilft gegen Migräne? Antworten vom Experten
Die Migräne, die wesentlich stärkere Schmerzen hervorruft, hat wahrscheinlich andere Ursachen. "Studien weisen darauf hin, dass eine Überaktivität der Nerven des Hirnstamms für die Schmerzen sorgen", erklärt Krause. Die Überaktivität setze wiederum übermäßig viele Botenstoffe wie Serotonin frei, so dass die Blutgefäße im Gehirn anschwellen. "Diese Schwellung drückt auf die umliegenden Nerven und löst einen pulsierenden, pochenden Schmerz aus", so der Forscher.
Die Betroffenen müssen abhängig von dem Kopfschmerztyp unterschiedliche Therapieformen wählen. Während bei reinen Spannungskopfschmerzen auch ein Spaziergang an der frischen Luft helfen kann, sollten laut Krause vor allem Migränepatienten sich möglichst schnell mit ihrem Arzt in Verbindung setzen.
"Viele Patienten wissen aber gar nicht, dass Migräne und normale Kopfschmerzen verschieden behandelt werden und leiden unnötig lange", sagt der Wissenschaftler. Daher sollten kopfschmerzgeplagte Menschen mit ihrem Arzt klären, um welche Schmerzform es sich bei ihnen genau handelt.
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