20.03.2009, 14:43 Uhr | AP/ali
Wurden endlich Antibiotika entdeckt, die gegen Bakterien keine Resistenzen bilden? (Foto: imago)Antibiotika galten lange als Wunderwaffe gegen lebensbedrohliche Infektionskrankheiten. Forscher sind alarmiert, denn diese Wunderwaffe verliert an Wirkung, weil Bakterien resistent werden. Nun sind amerikanische Wissenschaftler einer neuen Klasse von Antibiotika auf der Spur, gegen die Bakterien keine Resistenzen bilden sollen. Resistenzen entstehen zum Beispiel durch eine zu häufige Verordnung durch Ärzte oder durch Einnahmefehler seitens des Patienten. Wird ein Medikament vom Patienten vorzeitig abgesetzt, können Bakterien überleben und bei der nächsten Einnahme kann das Mittel bereits unwirksam sein.
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Die Forscher entwickelten eine Gruppe von Stoffen, die ein wichtiges Enzym vieler Krankheitserreger blockieren. Damit töten sie die Bakterien zwar nicht ab, vermindern aber ihre Aggressivität. Mit dem neuen Ansatz will der Biochemiker Vern Schramm vom Albert Einstein College of Medicine den Keimen die Möglichkeit nehmen, miteinander über bestimmte Signalmoleküle zu kommunizieren. Diese Verständigung, im Fachjargon „Quorum Sensing“ genannt, kann dazu führen, dass die Keime ihr Verhalten ändern und plötzlich aggressiver werden.
Entscheidend für den Austausch der Keime zwischen einander ist das Enzym MTAN. Die New Yorker Forscher entwickelten Stoffe, die dieses Enzym blockieren. Sie testeten drei der Substanzen an dem Cholera-Erreger Vibrio Cholerae und an einem Typ von Kolibakterien. Die Substanzen störten nicht nur die Kommunikation der Bakterien, sondern die Keime bildeten auch keine Resistenzen, wie die Forscher im Fachblatt „Nature Chemical Biology“ schreiben.
"Wir nennen die Stoffe im Labor die Unvergänglichen", sagt Schramm, der inzwischen über ein Arsenal von mehr als 20 solcher Hemmstoffe verfügt. Da auch viele andere Bakterien das Enzym MTAN bilden, könnten die Substanzen auch andere gefährliche Keime bekämpfen, darunter Erreger, die lebensbedrohliche Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Entzündungen am Herzen hervorrufen. Weil das Enzym im menschlichen Organismus nicht vorkommt, glauben die Forscher, dass die MTAN-Hemmstoff dem Menschen nicht schaden.
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