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Medizin: Experten warnen vor Diabetes-Epidemie

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Experten warnen vor Diabetes-Epidemie

19.11.2007, 16:28 Uhr | tze, ag

Im Jahr 2030 werden 40 Prozent der Deutschen zuckerkrank sein, wenn sie sich nicht gesünder ernähren und mehr bewegen. Das befürchtet Klaus Eder, Professor für Ernährungsphysiologie von der Uni Halle. Schon jetzt leben siebeneinhalb Millionen Deutsche mit Diabetes. Man unterscheidet Jugenddiabetes (Typ 1) und Altersdiabetes (Typ 2). "Das größte Problem wird Altersdiabetes sein", sagt Eder. Zwar hat das Erbgut großen Einfluss darauf, ob ein Mensch an Diabetes vom Typ 2 erkrankt. Aber Lebensstil, Ernährung und Körpergewicht könnten den Zeitpunkt des Ausbruchs und den Verlauf beeinflussen. Sind Sie gefährdet? Machen Sie den medizinisch anerkannten Test und finden Sie heraus, ob Sie jetzt handeln müssen:

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Ballaststoffe lassen Blutzuckerspiegel langsamer steigen

Eine Ernährung mit Ballaststoffen aus Vollkornbrot und anderen Getreideprodukten ist laut einer Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam die beste Vorsorge gegen Altersdiabetes. Sie senken das Risiko demnach um 28 Prozent. Ballaststoffe aus Obst und Gemüse spielen hingegen keine Rolle. Vollkornprodukte enthalten Substanzen, die sich günstig auf den Blutzuckerstoffwechsel auswirken. "Verschiedene Studien lassen vermuten, dass Ballaststoffe aus Getreideprodukten die Insulinwirkung verbessern", erläutert Heiner Boeing, Mitautor der Studie. "Zudem lässt eine ballaststoffreiche Kost den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, so dass Blutzuckerspitzen vermieden werden, die die Entstehung von Diabetes begünstigen." Die Daten wurden bei einer europaweiten Langzeitstudie (EPIC-Studie) gewonnen, die nach einem Zusammenhang zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen forscht.

Risiko: Zu viel Fett und zu wenig Bewegung

Durch kalorien- und fettreiche Ernährung sowie Bewegungsmangel gerät der Stoffwechsel durcheinander. Das kann zur Zuckerkrankheit führen. Viele Typ-2-Diabetiker haben jahrelang keine konkreten Symptome. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes geht der Typ-2-Diabetes praktisch nie mit einer Gewichtsabnahme und nur selten mit vermehrtem Wasserlassen und Durstgefühl einher. Häufig sind allerdings unspezifische Anzeichen wie Müdigkeit, Schwäche, ständiges Hungergefühl, Gewichtszunahme und depressive Verstimmung. Da diese Symptome zu fast jeder anderen Krankheit passen, wird die Diagnose häufig erst nach Jahren durch Zufall gestellt.

Immer mehr junge Menschen erkranken

Diabetes sei auch ein gesellschaftliches Problem, erklärte Professor Peter Nawroth von der Universitätsklinik Heidelberg Mitte Mai bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Hamburg. Die Bezeichnung Altersdiabetes ist irreführend, denn die Krankheit trifft zunehmend bei jüngeren Menschen auf. Besonders Kinder, die einsam vor dem Bildschirm groß würden statt mit Freunden oder Geschwistern zusammen zu sein, hätten ein viel höheres Risiko Diabetes vom Typ 2 zu entwickeln, so Nawroth. Schon heute gibt es rund sechs Millionen Typ-2-Diabetiker.

Unheilbar, aber vermeidbar

Mit Sorge beobachten die Experten, dass die Zahl übergewichtiger junger Erwachsener auch in Deutschland ständig steigt. Wer im Alter zwischen 25 und 40 Jahren auch nur zwei bis drei Kilo an Gewicht zulegt, erhöht sein Risiko, an Diabetes vom Typ 2 zu erkranken, um etwa 25 Prozent. Ein Plus von zwölf Kilo lässt die Gefahr bei Männern um das1,5-fache, bei Frauen sogar um das 4,3-fache steigen. Dies sind Ergebnisse einer Studie mit rund 18.000 Menschen vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Heilungsmöglichkeiten für Diabetes sind bislang nicht in Sicht. Dennoch kann eine Änderung des Lebensstils bewirken, dass die Krankheit nicht ausbricht. "Das Problem ist, dass der Körper oft erst sehr spät Warnsignale gibt und dann nicht mehr gegengesteuert werden kann", erklärt der Vorsitzende der Diabetes-Stiftung, Professor Rüdiger Landgraf. "Mit unserem Risiko-Fragebogen wollen wir daher möglichst frühzeitig dafür Sorge tragen, dass gefährdete Personen einfach und ohne einen Arzt ihr Risiko identifizieren können." Weitere Infos zum Thema Diabetes und Prävention finden Sie auf der Seite der Deutschen Diabetes-Stiftung:http://www.deutsche-diabetesstiftung.de

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tze, ag  

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