23.11.2011, 14:40 Uhr | mm
Der Placebo-Effekt ist jedem bekannt: Wenn der Patient nur an die Wirkung glaubt, helfen bereits Tabletten aus Zucker. Daher setzen Ärzte gezielt Scheinmedikamente und -therapien - ohne Nebenwirkungen und hohe Kosten - ein. Allerdings gibt es auch den umgekehrten Mechanismus: Glauben Patienten an den schädlichen Effekt eines Mittels, können sie davon richtig krank werden.
"Nocebo" (übersetzt: "Ich werde schaden") wurde die negative Variante des Placebos von den Wissenschaftlern bereits in den 1960ern genannt. Trotzdem ist der Effekt weniger bekannt. Hat ein an sich wirkstofffreies Präparat beim Patienten schädliche Auswirkungen, liegt es wahrscheinlich an seiner Einstellung und den damit verbundenen, negativen Erwartungen. In der Praxis wird der Begriff jedoch auch weitergefasst und schließt die krankmachenden Reaktionen auf alle Medikamente ein.
Dass die Erwartungen körperliches Befinden und sogar das Schmerzgefühl beeinflussen kann, belegte eine Untersuchung der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf und Mainz, die den Nocebo-Effekt untersuchten. 38 gesunde Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt und eine Woche lang einem geringen gleichbleibenden Hitzeschmerz ausgesetzt. Einer Gruppe wurde jedoch mitgeteilt, dass der Schmerz im Verlauf der Tests zunehmen würde. Während bei der anderen Gruppe eine Gewöhnung an den Schmerz einsetzte und dieser dadurch abnahm, zeigten die negativen Erwartungen bei den anderen Auswirkungen: Ihr Schmerzgefühl nahm kontinuierlich zu.
Wie beim Placebo konnten die Forscher die Wirkung in einem bestimmten Hirnareal nachweisen, es handelte sich also nicht nur um Einbildung. Allerdings gibt es noch keine schlüssige Erklärung seitens der Wissenschaft. Eindeutig ist jedoch: Nicht nur Hypochonder reagieren auf die Informationen von Beipackzetteln oder dramatische Berichte aus dem Internet mit körperlichen Leiden - beziehungsweise mit den befürchteten Symptomen. Das könnte an der psychosomatischen Wirkung liegen oder auch daran, dass Angstgefühle vor möglichen Nebenwirkungen zu akutem Stress führen und dadurch wiederum das Immunsystem geschwächt wird.
Die behandelnden Ärzte spielen auch beim Nocebo-Effekt eine wichtige Rolle. Nicht nur Fehldiagnosen und vertauschte Laborergebnisse können schwerwiegende Folgen haben. Ist der Arzt nicht feinfühlig genug und ängstigt seinen Patienten, anstatt ihm Hoffnung zu machen, kann sich das direkt auf den Erfolg der Behandlung auswirken.
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mm
Lollo schrieb:
am 29. November 2011 um 12:19:47
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Nocebo
Also ich studiere auch immer den Beipackzettel sehr gründlich, und das hält mich dann auch manchmal davon ab, ein Medikament zu
nehmen. Zu Leidwesen der Pharmaindustrie aber ich halte nicht viel vom sinnlosen Tablettenfressen. Wenn ich welche nehmen muss, vertrage ich sie ganz gut, auch ohne Nocebo-Effekt!
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Jürgen schrieb:
am 28. November 2011 um 21:06:30
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Nocebo
@ gabriele51
Ich kenne die Effekte einer Demenz-Erkrankung in der Familie gut und ich wünsche Ihnen viel Kraft und Hilfe, dies durchzustehen.
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Positiv schrieb:
am 28. November 2011 um 20:35:27
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@ negativ
Der Effekt läßt sich auch umkehren. Ist nur schwierig wenn die Grundhaltung zu negativ und vor allem materalistisch ist. Es ist
alles nur Licht. Materialistisch existiert nur das was du denkst und dieses Denken wird von der Gesellschaft programmiert. Gehe und du bist gesund.
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