04.03.2010, 12:31 Uhr | ag
Beim perfekten Handkuss berühren die Lippen nicht di Hand. (Foto: imago)Die Fettnäpfchen stehen reihenweise für jeden bereit. Darf man sich am Tisch nach dem Essen die Speisereste mit dem Zahnstocher entfernen? Dürfen Hemdsärmel unter dem Jackett hervorschauen? Und ist der Handkuss überhaupt noch zeitgemäß? Ob im Beruf oder Alltag - es gibt ständig Situationen, bei denen ganz viel schief gehen. Und oft weiß man nichts von seinem Fehlverhalten. Die Autorin Silke Schneider-Flaig hat in ihrem Buch "Der neue große Knigge" (Compact Verlag) die wichtigsten Benimm-Regeln gesammelt.
Viele Knigge-Regeln haben sich im Laufe der Jahre verändert. So war es früher üblich, dass Gäste beim Essen einen Anstandshappen oder Anstandsrest auf dem Teller ließen. Diese Regel ist heute hinfällig. Wem es schmeckt, der darf auch ruhig alles aufessen. Er muss aber nicht. Beim servierten Essen darf ein Rest auf dem Teller zurückbleiben. Nur wenn der Gast sich selbst auftut oder sollte er auch alles verzehren. Denn es macht einen schlechten Eindruck, wenn man sich unmäßig viel auf den Teller häuft und es dann liegen lässt.
Soweit sich Hähnchen mit Messer und Gabel essen lassen, sollte man es vermeiden, die Finger zu benutzen. Ansonsten ist es im Restaurant auch erlaubt, das Fleisch von den Schenkel oder Flügel abzunagen. Dort liegen meist kleine Erfrischungstücher mit Zitronensaft bei, um anschließend die Finger vom Fett zu befreien und die Hände zu erfrischen. Generell gilt beim Verzehr von Geflügel folgende Regel: Man schneidet sich immer nur ein kleines Stück ab und verzehrt es dann, anders als in den USA, wo der Gast das gesamte Fleisch vom Knochen trennt, bevor er mit dem Mahl beginnt.
Auch wenn der Handkuss bei vielen das Image hat, veraltet zu sein, gibt es immer noch Anlässe, wo er gern gesehen wird und angemessen ist. Insbesondere bei festlichen Anlässen wie Bällen oder Opernbesuchen. Allerdings handelt es sich hier um einen angedeuteten Kuss. Die Lippen des Herren berühren niemals die Hand der Dame.
In vornehmen Hotels stellt der gast seine Koffer am Eingang oder an der Rezeption ab. Sollte das Hotel weniger als vier Sterne haben, trägt der Gast jedoch sein Gepäck selbst. Der Portier gibt ihm den Zimmerschlüssel und erklärt ihm den Weg zum Zimmer. Bietet er ihm dennoch aus Höflichkeit an, die Koffer zu tragen, ist ein "Nein" durchaus angebracht. Wenn man dennoch die Hilfe in Anspruch nimmt, sollte man sich anschließend mit einem angemessenen Trinkgeld bedanken.
ag