19.05.2008, 11:12 Uhr | ag
Die Hochzeit des Sohnes sehen viele Schwiegermütter als Abschied. (Foto: Imago)"Warum kommen Schwiegermütter nicht in den Himmel? Weil Drachen nicht so hoch fliegen können." Über die "böse" Schwiegermutter gibt es zahlreiche Witze und Anekdoten. Immerhin trägt ein mexikanischer Kugelkaktus den Namen "Schwiegermuttersessel" und die scharfen Blattspitzen des Bogenhanfs sind auch als "Schwiegermutters Zunge" bekannt. Dass mit der Mutter ihres Ehemanns nicht zu spaßen ist, haben viele Frauen am eigenen Leib erfahren. Wie stark der Einfluss der angeheirateten Mutti tatsächlich ist, belegt eine neue Studie aus Amerika. Demnach haben Männer tatsächlich immer nur dieselbe Frau im Kopf: ihre Mutter - und die beeinflusst maßgeblich die Partnerwahl. Dabei spielt vor allem ihre Bildung eine entscheidende Rolle.
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Christine Whelan und Christie Boxer von der University of Iowa haben die Daten von über 3700 Amerikanern ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass fast 80 Prozent der Männer mit Hochschulabschluss, deren Mütter einen College-Abschluss hatten, eine Frau mit einem vergleichbaren oder höheren Abschluss geheiratet haben. Von den Männern mit Hochschulabschluss, deren Mütter einen Universitätsabschluss hatten, haben sich 67 Prozent wiederum eine Partnerin mit Universitätsabschluss gesucht. Damit beeinflusst die Mutter die Partnerwahl ihres Sohnes enorm: Sie bestimmt, ob eine Familie bildungsbürgerlich aufwächst oder nicht, indirekt sogar, ob die Ehefrau Hausfrau ist oder berufstätig. Damit ist sie indirekt auch verantwortlich dafür, wie viel Familieneinkommen später vorhanden ist.
Wenn Männer sich bei der Partnerinnenwahl am Bildungsniveau ihrer Mütter orientieren, kann das handfeste finanzielle Vorteile mit sich bringen, wie die amerikanischen Forscherinnen zeigen. Zum hohen Bildungsstand der Mütter muss sich allerdings auch die Berufstätigkeit dieser Mütter gesellen. Männer, die mit gebildeten und berufstätigen Müttern aufwuchsen, erhöhten ihre Chance, eine Frau mit einem Jahreseinkommen von mehr als 50.000 Dollar zu heiraten, um fast das Doppelte. 62 Prozent der Söhne von berufstätigen Frauen mit hohem Bildungsstand konnten dementsprechend auch Aussagen wie "Mütter, die zu Hause bei den Kindern bleiben, sind bessere Mütter“ nicht zustimmen.
Dass sich das Bildungsniveau der Mutter positiv auf die Beziehung des Sohnes zu seiner Zukünftigen auswirken kann, ändert nichts an der Tatsache, dass die Beziehung beider Frauen oft angespannt und schwierig ist. In ihrem Buch "Liebe, böse Schwiegermutter" (Walter Verlag) berichtet die Berliner Psychoanalytikerin Eva Jaeggi, dass immerhin sieben Prozent der Geschiedenen die Schwiegerhexe als Scheidungsgrund angeben. Während 93 Prozent der Männer nette Bezeichnungen für die Mutter ihrer Ex-Gefährtin fanden, konnte sich nicht einmal die Hälfte aller Frauen zum Lob der Schwiegermama durchringen. Eher galt sie ihnen als Besen, Giftzahn, Meckerziege.
Dass Schwiegermütter ein derart negatives Image haben, erklären sich Psychologen folgendermaßen: Wenn Schwiegertöchter ihr Ja-Wort geben, kommen Schwiegermütter meist in ein schwieriges Alter: Sie altern und haben oftmals die Wechseljahre zu bewältigen. Ihre Eltern werden möglicherweise hilfebedürftig und sterben. In dieser Situation klammern sie sich sich häufig an die Söhne, meint Ruth Eder in ihrem Buch "Die Mutter meines Mannes" und rät: "Hier läge der Ansatzpunkt für die junge Frau, Verständnis für die Situation der Schwiegermutter aufzubringen, statt sie abzulehnen". Schließlich verbergen sich hinter Eifersucht und Biestigkeit oftmals tiefe Ängste, allein zu sein und auf dem Abstellgleis zu landen. Genervte Schwiegertöchter sollten daher ruhig einmal fünf gerade sein lassen. Geben Sie Ihr das Gefühl, dass Sie ihr nichts wegnehmen möchten und dass Sie sie als Person schätzen. Machen Sie ihr jedoch gleichzeitig auch bewusst, dass es auch für sie Grenzen gibt, die sie zu respektieren hat.
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