02.02.2010, 13:09 Uhr | Nina von der Bey
Liebe: Nervige Krankheiten unter Pärchen. (Foto: Knaur, Montage: t-online)Wer kennt sie nicht - nervende Paare die sonntags Händchen haltend durch den Park flanieren, Partnerlook tragen und sich in aller Öffentlichkeit gegenseitig Leckerbissen aus dem Salat klauben? Dieses Verhalten nervt Singles und so manchen liierten Verfechter des individuellen Lebensstils. Liebe muss schließlich nicht dazu führen, dass es statt zwei Ichs nur noch ein Wir gibt. In ihrem Ratgeber "Liebeskrankheiten" stellt Susanne Kaloff erfrischend realitätsnah die eigentümlichen Verhaltensweisen verliebter Paare vor.
Liebeskrankheiten Damit sind nervende Pärchen infiziert
Zahlen und Fakten Alles über Küsse
Von A wie "Ambulanter Eingriff", der das Bezupfen des Partners an öffentlichen Orten meint, bis Z wie "Zufüttern" bietet der Ratgeber einen Überblick über Ursachen sowie Verlaufsformen des Paarverhaltens. Dabei ist er so treffend, dass die Lektüre Verliebte und Singles gleichermaßen unterhält. Erstere, weil sie sich wiedererkennen und über ihr liebestolles Verhalten ins Schmunzeln geraten. Zweitere, weil genau das endlich benannt wird, worüber sie schon oft den Kopf geschüttelt haben.
Denn wenn die Frau anfängt, ihrem Liebsten in der Sauna ein paar Haare vom Rücken zu zupfen, ist dieser Pärchenhabitus noch befremdlicher als der Partnerlook unter Verliebten. Wenn nicht mehr zu erkennen ist, ob sich Beate oder Volker unter der Super-Membran-Outdoor-Jacke versteckt, ist das ein eindeutiges Indiz der "Ich-Auflösung". Damit beschreibt die Autorin die schicksalhafteste aller Liebeskrankheiten: Das Paar ist nur noch eine Einheit, in der jeder zu Gunsten der Gemeinsamkeit seinen eigenen Geschmack und Freundeskreis aufgegeben hat. Statt Beate und Volker gibt es nur noch ein "Wir". Freunde, die gerne nur mit ihm Fußball schauen oder alleine mit ihr einen Mädelsabend veranstalten würden, laufen mit ihrer Einladung ins Leere.
Wer sich genauso verhält und sich in der Phase einer "Ich-Auflösung" befindet, kann bei der Lektüre selbstironisch lächeln. Schließlich muss eine Liebeskrankheit, die meist vorübergeht, für die Betroffenen nicht unangenehm sein. Wem aber durch den Ratgeber die rosarote Brille von der Nase rutscht, der wird sich fragen, ob "Zufüttern" und Partnerlook vielleicht doch peinlich sind. Im Zweifelsfall rät Kaloff zu einer "Ego-Therapie".
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Nina von der Bey
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