02.06.2005, 13:14 Uhr | Amby Burfoot (RUNNER’S WORLD Amerika)
Infolge von Dehydrierung sinkt die Leistung, da sich das Blut verdickt, das Herz weniger effizient arbeitet, schneller schlägt und die Körpertemperatur steigt. Dennoch ist eine vorübergehende Dehydrierung während eines Marathons nicht unnormal und stellt keine ernsthafte Gesundheitsgefährdung dar. Eine Wasservergiftung durch übermäßige Flüssigkeitszufuhr hingegen kann tödlich enden. Diverse Studien haben nachgewiesen, dass ein Verlust von mehr als zwei Prozent des Körpergewichts durch Dehydrierung zu Leistungseinbußen führt. Deshalb wird stets empfohlen, gut hydriert an den Start zu gehen und zwischendurch „nachzutanken“.
Die Situation in der Praxis
Bis zu einer Marathonzeit von vier Stunden schwitzt man im Durchschnitt doppelt so viel Flüssigkeit aus wie man aufnimmt. Dabei kann es leicht zu einem Verlust von mehr als zwei Prozent des Körpergewichts kommen. Schnelles Laufen und reichliches Trinken passen nicht gut zusammen. Deshalb sind Läufer, die langsamer als in vier Stunden das Ziel erreichen, weniger dehydriert. Sie legen meist kurze Pausen ein, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Bei 5- und 6-Stunden-Läufern sowie Ironman-Triathleten, die sogar die doppelte Zeit im Wettkampf sind, kann es so unter Umständen zu einer Hyperhydration (einem Überschuss an Gesamtkörperwasser) kommen.
Ein paradoxer Zusammenhang
Je besser unser Fitnesszustand, desto mehr schwitzen wir. Das wiederum bedeutet, dass wir eher dehydrieren. Dumm eingerichtet von der Natur, möchte man meinen. Dabei reagiert der Körper einfach nur intelligent: Leisten wir körperlich mehr, erhöht der Körper die Schweißproduktion, um auch mehr zu kühlen und somit einen Hitzschlag zu vermeiden. Von Zeit zu Zeit hört man von Todesfällen durch Hitzschlag unter Sportlern. Dehydrierung kann dem Hitzschlag Vorschub leisten – ein wichtiger Grund, warum Sportler ermahnt werden, regelmäßig Wasser zu trinken. Dehydrierung ist aber nicht die ausschließliche Ursache für einen Hitzschlag. Mangelnde sportliche Form und hohes Körpergewicht in Kombination mit der Sommerhitze spielen eine ebenso große Rolle. Deshalb tritt Hitzschlag bei den meist schlank gebauten und auch gut trainierten Läufern recht selten auf.
Tod durch Hyponaträmie
Mit der Begeisterung für Marathonläufe und einem wahren Teilnahme-Boom, besonders unter Freizeitsportlern und Frauen, ist ein neues Gesundheitsrisiko entstanden: die Hyponatriämie (wörtlich: Natriummangel im Blut). Die Ursache ist überhöhte Flüssigkeitszufuhr, wodurch die Mineralstoffkonzentration im Blut sinkt. Salze binden das Wasser physikalisch. Salzverlust verringert die Fähigkeit, Flüssigkeit im Gefäßsystem festzuhalten. Das Wasser sickert in das umliegende Gewebe, führt zu Schwellungen. Besonders gefährlich sind solche Schwellungen für das Gehirn. Hirnödeme und erhöhter Schädelinnendruck können zum Tod führen.
Quelle: t-online.de
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