01.12.2008, 17:48 Uhr | bri/AP
Lebkuchen können Krebs erregendes Acrylamid enthalten. (Foto: ddp)Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat wieder Krebs erregendes Acrylamid in Lebkuchen gefunden. Foodwatch hatte elf Lebkuchen- und sechs Spekulatiussorten im Labor untersuchen lassen. Die Werte fielen extrem unterschiedlich aus. In einigen Produkten fand das Labor nur geringe Mengen von weniger als 30 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Gebäck. Bei anderen Lebkuchen waren die Werte jedoch über zwanzigmal so hoch. Jedoch ist im Vergleich zum Vorjahr die Acrylamidbelastung bei Weihnachtsgebäck gesunken.
Zum Durchklicken Acrylamid-Gehalte von Lebkuchen und Spekulatius
Vorsicht, Krebsgift So vermeiden Sie Acrylamid in Pommes
Foodwatch testet seit 2002 regelmäßig Lebkuchen auf Acrylamid und veröffentlicht Werte, Produktnamen und Hersteller. Das zeigt Wirkung: Fast alle Hersteller hätten die Belastung gesenkt, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. Dennoch gibt es einige Ausreißer nach oben: Zum Beispiel das Bioprodukt "Elisen Lebkuchen" der Firma Allos enthält 570 Mikrogramm Acrylamid pro Kilo Lebkuchen. Das ist über zwanzigmal soviel wie in den Produkten von "Grandesse Obladen Lebkuchen" von Bahlsen und den "Favorina" Lebkuchen von Lidl.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen maximalen Verzehr von einem Mikrogramm Acrylamid pro Kilo Körpergewicht am Tag. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält den Stoff für extrem gefährlich. Es könne kein gesundheitlich unbedenklicher Grenzwert in Lebensmitteln festgelegt werden, weil schon bei kleinsten Mengen Risiken bestehen, so das BfR. Die Werte der WHO seien nur ein praktikabler Richtwert. Ein 30 Kilo schweres Kind erreicht diesen WHO-Wert schon dann, wenn es nur ein 50-Gramm-Stück der am stärksten belasteten Lebkuchensorte isst. Da ist jedoch der Verzehr von Keksen oder Kartoffelchips noch nicht mitgerechnet. Denn in diesen Lebensmitteln steckt des Krebsgift ebenfalls drin.
Die Tests zeigen, dass Hersteller Backwerk mit weniger als 50 Mikrogramm Acrylamid pro Lebensmittel herstellen können. Der von der Bundesregierung festgelegte Signalwert für Lebkuchen liegt jedoch bei 1.000 Mikrogramm. Erst ab dieser Menge gelten sie als sehr stark belastet und Hersteller werden aufgefordert, den Wert zu senken. Foodwatch fordert deshalb die Bundesregierung auf, der Industrie einen Wert von 50 Mikrogramm vorzuschreiben.
Acrylamid entsteht beim Erhitzen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln. Es ist also nicht nur im industriell gefertigten Essen enthalten, sondern auch in Bratkartoffeln, Kartoffelpuffern und Pommes. Jeder kann selbst etwas tun, um Acrylamid zu vermeiden. Man sollte Kartoffel- und Getreideprodukte nicht zu scharf anbraten. Vergolden statt bräunen, heißt hier die Devise. Zudem kann der Verbraucher beim Einkauf Brotlaibe und Kuchenstückchen meiden, die braune Stellen aufweisen.
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bri/AP
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