21.04.2011, 11:52 Uhr | cme
Die Leberwerte geben Aufschluss über Leberschäden. (Foto: imago)
Die Leber ist ein gutmütiges Organ. Fleißig speichert sie Vitamine, Fett und Zucker, produziert Hormone und schleust Tag für Tag Gifte und Abfallprodukte aus dem Körper. Dabei nimmt sie auch kleine Sünden wie ein Gläschen Alkohol nicht krumm. Selbst wenn sie geschädigt ist, verursacht sie kaum Beschwerden - das Organ kann sich sogar teilweise wieder erholen. Harmlos sind Leberschäden trotzdem nicht, denn ist das Organ einmal zerstört, hilft nur noch eine Lebertransplantation. Erste Schäden zeigen sich an den Blutwerten. Lesen Sie hier, welche Werte Sie kennen sollten und was diese bedeuten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Organen verursacht eine kranke Leber nur wenig Beschwerden. Wird sie durch Alkohol oder zu fettes Essen geschädigt, entwickelt sich zunächst eine Fettleber. Dabei spüren Betroffene gelegentlich ein leichtes Druckgefühl im Oberbauch. Auch eine Leberentzündung verursacht keine Schmerzen, sondern eher unspezifische Symptome - von Müdigkeit über Appetitlosigkeit oder Völlegefühl bis hin zu Durchfall und Nasenbluten. Die typische Gelbfärbung der Haut, die sich vor allem an den Augen erkennen lässt, ist häufig nicht besonders ausgeprägt und für Laien nicht leicht zu erkennen. Nur der Arzt kann eine Lebererkrankung sicher bestimmen: durch die Messung der Leberwerte, eine Gewebeentnahme oder eine Bauchspiegelung.
Zur Messung der Leberwerte entnimmt der Arzt Blut aus einer Armvene und lässt sie im Labor auf verschiedene Enzyme testen. Die wichtigsten Leberwerte sind die Enzyme GPT, GOT und Gamma-GT (GGT). Die Enzyme der Leber sind an verschiedenen Stoffwechselleistungen beteiligt, zum Beispiel an der Speicherung und Verarbeitung von Kohlenhydraten, Eiweißen, Vitaminen oder Alkohol. Ist das Organ geschädigt, treten die Enzyme verstärkt aus und wandern ins Blut. Gelegentlich wird auch die Konzentration des Stoffwechselproduktes Bilirubin gemessen. Dieser gelbliche Stoff entsteht beim Abbau der roten Blutkörperchen. Er verursacht die typische Gelbsucht bei verschiedenen Lebererkrankungen. Auch die Konzentration von Eisen und Zink im Blut kann Hinweise auf Leberschäden geben.
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Die Enzyme GOT (Glutamat-Oxalat-Transaminase) und GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) sind am Zellstoffwechsel beteiligt - zum Beispiel am Abbau und Umbau von Eiweißstoffen. Bei Leberschäden - insbesondere bei akuten Leberentzündungen (Hepatitis) steigt ihre Konzentration im Blut deutlich. Für beide Enzyme gilt ein Wert von 10 bis 35 U pro Liter Blut für Frauen beziehungsweise 10 bis 50 U pro Liter bei Männern als normal. U ist eine spezielle Maßeinheit für Enzyme.
Während die Enzyme GOT und GPT vor allem akute Leberprobleme anzeigen und bei langfristigeren Schäden nur mäßig ansteigen, gilt das Enzym Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transpeptidase) als Indiz für chronisch erhöhten Alkoholkonsum. Der Blutwert sollte bei Frauen unter 39 U pro Liter liegen, bei Männern unter 66 U pro Liter. Ein höherer Wert zeigt nicht nur Alkoholmissbrauch an, er kann auch durch andere chronische Leberschäden verursacht werden - beispielsweise durch einen Gallenrückstau aufgrund von Gallensteinen.
Sind die Leberwerte erhöht, versucht der Arzt mit weiteren Untersuchungen, die Ursache für den Leberschaden herauszufinden. Kurzfristige Schädigungen verschmerzt die Leber und selbst eine Fettleber kann geheilt werden, wenn man sich gesund ernährt und auf Alkohol weitestgehend verzichtet. Eine akute Leberentzündung, die sowohl durch Viren als auch durch Alkohol, Medikamente oder zu viel Fett ausgelöst wird, kann ebenfalls ausheilen und gegebenenfalls mit Medikamenten behandelt werden. Wird die Leber zu stark geschädigt, stirbt das Lebergewebe ab. Es kommt zunächst zur Leberfibrose, die sich zum Teil noch mit Medikamenten behandeln lässt. Bei der Leberzirrhose hingegen ist die Leber so stark vernarbt, dass sie ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen kann. Diese Krankheit ist nicht heilbar. Ihr Verlauf kann lediglich durch gesunde Lebensweise und Medikamente verlangsamt werden. Ist das Gewebe zu stark zerstört, bleibt als letzter Ausweg nur noch die Lebertransplantation.
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cme
Soso schrieb:
am 8. Dezember 2011 um 19:57:02
(6)
(1)
Leberwerte
Ich trinke jeden Tag ein Weßbier und Abends 4 Schoppen Wein.
Die Leberwerte sind in Ordnung. Vom Januar bis März lebe ich seit
15 Jahren Abstinenz. Weniger und fettarmer essen und keinen Tropfen Alkohol. Meine Leberwerte sind nach diesem viertel Jahr genauso wie vorher, nämlich unverändert und im Normalbereich. Was solls also die Angstmacherei.
Ich fühle mich wohl und gesund!!!
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Manro schrieb:
am 15. September 2011 um 21:40:45
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Hepatitis C / Leberkrebs
Ich hatte eine Hepatitis C. Seit 2 Jahren ist aber keine Viruslast mehr nachweisbar und die Leberwerte sind normal.
In der Sonografie zeigt sich eine leichte Fibrose. Bin ich trotzdem stark gefährdet einen Leberkrebs zu bekommen ? Wer kennt sich aus !!
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Ziu57 schrieb:
am 28. April 2011 um 15:17:07
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@ Säufer
Anhand Ihres Kommentars, lässt sich glasklar erkennen, welche verheerende Wirkung, 20 Bier tägl. haben können. Ad hoc würde
ich vermuten, dass Ihre GGT einen Wert von mindestens 350 anzeigen würde. Der Grenzwert liegt bei 55 - mein Wert liegt zwischen 16-18 - als Antialkoholiker.
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