15.07.2009, 12:17 Uhr | bri mit Material von AFP
Verbraucherschützer: Statt Filet handelt es sich hier um zusammengefügte Fleischmasse. (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)Vor kurzem sorgten Berichte über Analogkäse, falschen Schinken und weitere Lebensmittelimitate für Schlagzeilen. Jetzt haben Ernährungsexperten der Verbraucherzentrale Hamburg noch mehr Imitate entlarvt und veröffentlicht. Wir zeigen Ihnen, in welchen Lebensmitteln nicht das drin steckt, was Kunden vermuten.
Achtung Diese Lebensmittel täuschen
Sogar ein Bio-Produkt reiht sich in die Reihe der Imitate ein. Laut Verbraucherzentrale Hamburg enthält das Bio-Erfrischungsgetränk "Citrus-Ananas" von Rewe Aromastoffe statt Früchte. Gerstenmalzextrakt soll den Fruchtgehalt vortäuschen und statt Fruchtzucker enthält das Getränk Zucker. Und im "Truthahn-Brustfilet" der Marke "Gebirgsjäger" (Lidl) befindet sich statt eines gewachsenen Fleischstückes nur zerkleinertes und wieder zusammengefügtes Putenfleisch.
Bei den Imitaten handelt es sich nicht mehr nur um Analogkäse oder Schummel-Schinken: Das Ausmaß der Täuschung werde immer größer, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Nicht nur bei Billigprodukten, sondern auch bei Markenartikeln würden Kunden an der Nase herumgeführt. Die Verbraucherschützer wollen weiterhin aufgrund von Hinweisen von Verbrauchern Beispiele für Lebensmittelimitate veröffentlichen. Die Debatte um Analogkäse und Schinkenimitate habe erfreulicherweise ein "besonderes Interesse an Lebensmittelqualität" geweckt, sagt Schwartau.
Der Grund für die Imitate ist einfach: Sie sind billiger, Hersteller können so im Preiskampf des Lebensmittelhandels mithalten. Verbraucherschützer kritisieren die Kennzeichnung der Produkte. Oft prangt auf dem Packungen ein verführerisches Produktbild, was frische Zutaten und Qualität suggeriert. Doch in Wirklichkeit steckt nur ein Kunstprodukt dahinter. In der Zutatenliste ist dann zwar beschrieben, was im Lebensmittel steckt. Doch das ist oft umständlich umschrieben oder kleingedruckt. Manchmal verschweigt die Zutatenliste auch Details.
Die Imitate sind schwer zu erkennen, dennoch ist es möglich. Zum Beispiel bei der Bezeichnung: Schon Begriffe wie "Formfleisch-Schinken" sollten Verbraucher stutzig machen. Formfleisch-Schinken ist zwar lebensmittelrechtlich kein Imitat, aber auch kein reiner Schinken. Er besteht aus kleineren zusammengefügten Fleischstückchen aus echtem Schinken und Schulterfleisch. Ein Schinken-Imitat verbirgt sich hinter Bezeichnungen wie "Kochpökelfleischimitat" oder "Pizzabelag nach Art einer groben Brühwurst aus Schweinefleisch".
Vor allem bei Fleisch ist meist das Imitat bei einem genauern Blick auf das Produkt erkennbar: Bei echtem Schinken erkennt man die natürliche Wuchsrichtung der Muskulatur und den natürlichen Muskelzusammenhang. Bei Formfleisch-Schinken sind die Größe der zusammengefügten Muskelfleischstücke und ihre unterschiedliche Muskelfaserrichtung erkennbar. Imitate bestehen dagegen aus einer oft geleeartigen, schnittfesten Masse, in die kleinste teils deutlich sichtbare Fleischstücke eingebettet sind. Oft sehen sie brühwurstähnlich aus.
Nachdem die Verbraucherzentrale Hamburg die Schummel-Liste ins Internet gestellt hat, verwiesen mehrere Hersteller darauf, dass ihre Produkte korrekt gekennzeichnet und die Zutaten genau aufgeführt seien. "Fol-Epi"-Hersteller Bongrain erklärte, die "Scheiben Nuss" würden im Schmelzkäseverfahren hergestellt, "damit die Nüsse knackig und in den Käsescheiben haften bleiben". Ein Nestlé-Sprecher sagte mit Blick auf das "Buitoni"-Pesto, dies enthalte hochwertige Zutaten und werde im Übrigen nicht als Pesto genovese, sondern als "ganz normales Pesto" verkauft. United Biscuits erklärte, das Unternehmen werde prüfen, wie bei den Delacre-Keksen "die Auslobung der Geschmacksrichtung 'Schoko' sinnvoll geändert werden kann". Laut Informationen der "Bild"-Zeitung will der Hersteller der Wasabi-Erdnüsse und des Putensalats die Rezeptur überprüfen.
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bri mit Material von AFP
Fritz schrieb:
am 13. April 2010 um 16:35:54
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Lebensmittel-Imitate
Wann schaffen wir Verbraucher es endlich, diesen unverantwortlich und raffgierigen Unternehmen durch entsprechendes
Konsumverhalten einen Riegel vorzuschieben. Wer auf die Verantwortung und überfälliges Handeln der Politik wartet, setzt auf`s falsche Pferd.
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