26.09.2008, 11:23 Uhr | bri
Lachsfilet im Test. (Foto: imago)Keime und Wurmlarven im Fischfilet und trotzdem gute Noten von "Öko-Test". Die Tester haben dieses Mal Tiefkühlfisch getestet. 21 Filets, entweder vom Lachs oder vom Pangasius, jeweils immer drei Proben einer Marke. Fast jedes dritte Filet war mit Keimen belastet, darunter Darmkeime und sogar gefährliche Listerien. In einem Lachsfilet von Aldi-Süd fanden die Tester gar 26 Wurmlarven. Jedoch fiel keines der Produkte im Test durch, manche Produkte erhielten sogar die Note "Gut". Wir erklären die irritierenden Testergebnisse.
Die zusätzliche Wurmbeilage entdeckten die Tester im "Aqua Sockeye Wildlachs" von Aldi-Süd. Es handelt sich dabei um Larven von Fadenwürmern, die sowohl im Meer als auch in Flüssen und Seen vorkommen. In einem Kilo Lachs steckten 26 Würmer, die bis zu einen Zentimeter lang waren. Beruhigend zumindest: Die Tiere sterben beim Einfrieren und stellen keine Gesundheitsgefahr dar. Das Filet erhielt in der Geschmackswertung zwar ein "Sehr gut", doch wegen der Würmer kam am Ende nur Gesamtnote "Befriedigend" heraus.
In anderen Filets fanden sich Bakterien: Das Pangasiusfilet von Bofrost und die "Berida Lachsfilets" von Penny enthielten Darmkeime. Auch Listerien fanden die Tester. Das sind Bakterien, die für chronisch Kranke und Kinder sehr gefährlich werden können. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung. "Öko-Test" fand Listerien in "Feine Pangasiussfilet" von Deutsche See, im "Ja Lachsfilets" von Rewe, sowie in den Pangasiusfilets von Lidl, Bofrost und Femeg. "Öko-Test" gibt jedoch Entwarnung: "Wird der Fisch vor dem Verzehr gut durchgegart, besteht keine Gefahr für die Gesundheit."
Verwunderlich bei dem Testergebnissen: Viele der auf Keime getesteten Produkte kommt mit der Note "Befriedigend" davon, manche sogar mit "Gut". Der Grund: Ein Produkt muss eine sehr hohe Anzahl von Keimen enthalten, damit es schlechte Noten bekommt und durchfällt. Die bloße Existenz der Keime führt nur zu geringen Abwertungen. Die Tester orientieren sich dabei an den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. "Im aktuellen Test wurden zwar die Keime nachgewiesen, jedoch hielt sich die Menge in Grenzen", sagt Öko-Test-Redakteur Enno Brendgens.
Dennoch rät Brendgens, die Fische gut durchzugaren, dann bestehe keine Gesundheitsgefahr für den Verbraucher. Außerdem solle man beim Auftauen der Produkte streng auf Küchenhygiene achten: Also die Auflagen, Teller oder Schüsseln sofort nach dem Auftauen reinigen.
Beim Anblick der Verpackungen erwarten die Verbraucher ein sauber geschnittenes Filetstück. Doch nach dem Aufreißen der Packung kommt oft die Enttäuschung: Die Tester fanden bei vielen Produkten weiße Hautlappen, Gräten und Bauchlappenreste ebenso wie viel zu dünne und zusammengefaltete Fleischfetzen.
Bei einigen Produkten zeigte sich immerhin, dass es auch Filet ohne Keime und Kleingetier gibt. Im Lachsfilet von Bofrost und in "Feine Lachsfilet" von Deutsche See fanden die Tester keinerlei Bakterien und auch beim Geschmack schnitten diese Filets sehr gut ab. Jedoch kosten 250 Gramm des Bofrost Lachses über sechs Euro. Nur halb so teuer und genauso gut schnitt das "Trawlic Wildlachsfilet" von Lidl ab - auch hier keine Keime und sehr guter Geschmack.
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