15.06.2009, 11:56 Uhr | bri/mit Material von dpa
Die Ampelkennzeichnung auf Tiefkühl-Lachs von Frosta. (Foto: dpa)Wie viel Fett Tiefkühl-Lachs oder Fertig-Müsli wirklich enthält, ist nicht immer so einfach zu erkennen. Die Lebensmittel-Industrie versucht das zwar auf der Packung darzustellen, doch Verbraucher verstehen das System mit der Ampel-Kennzeichung besser. Das zeigt eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.
Beispiel Ampel-Kennzeichnung für Ketchup, Teewurst und Co.
Die Ampel-Kennzeichung zeigt auf einer Lebensmittel-Packung, wie hoch die Anteile von Fett, Zucker, Salz, gesättigten Fettsäuren sind und wie viele Kalorien das Produkt enthält. Die Darstellung funktioniert mit Farben. Liegt der Anteil zum Beispiel von Fett sehr hoch, wird die Angabe des Fettgehaltes rot unterlegt. Das heißt, man sollte möglichst wenig davon essen. Lebensmittel aus Verpackungen mit viel Grün drauf gelten als gesunde Alternative. Verbraucherschützer sind für die Ampel und und werfen der Lebensmittelindustrie vor, mit ihrer freiwilligen GDA-Kennzeichnung ungenaue Angaben auf Packungen zu machen und den Verbraucher zu täuschen.
In einer Studie wurden beide Systeme miteinander verglichen: 1000 Probanden bekamen "Trio-Frühstücksflocken" von Nestlé vorgelegt, die nach dem GDA-Modell gekennzeichnet sind. 64 Prozent der Befragten erkannten den hohen Zuckergehalt der Flocken. Weitere 1000 Menschen sahen das Produkt jedoch mit Ampel-Kennzeichnung. Ergebnis: rund 89 Prozent erkannten den hohen Zuckergehalt des Produktes.
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Die Probanden sollten zudem die kalorienärmeren Nestlé "Fitness-Fruits" mit "Trio" vergleichen. In der Ampel-Gruppe erkannten rund 92 Prozent, dass "Trio" mehr Zucker enthält. Die Gruppe mit der GDA-Kennzeichnung schnitt viel schlechter ab: Nur jeder Vierte erkannte, dass "Trio" mehr Kalorien und mehr Zucker enthält. Zwei Drittel hielten "Trio" sogar für das kalorienärmere Produkt.
"Die GDA-Kennzeichnung der Industrie ist oft eine legale Form der Verbrauchertäuschung, die Ampel dagegen funktioniert", fasst der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt die Studie zusammen. Zumindest ein Lebensmittelkonzern ist mittlerweile ins Ampel-Lager gewechselt: Der Tiefkühlkost-Anbieter "Frosta" will ab August 2009 seine vier meistverkauften Produkte mit einer Nährwert-Ampel anbieten. Der größte Teil der Lebensmittelindustrie glaubt jedoch nicht an die Ampel und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner räumt dem System bislang wenig Chancen ein, weil die Wirtschaft sich sträubt. Und "Frosta" will die Ampel nur dann dauerhaft anbieten, wenn auch andere Hersteller mitziehen. Ansonsten sei nach einem Jahr wieder Schluss mit der Ampel, hieß es.
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