13.05.2008, 13:30 Uhr | ts
Rechtzeitig impfen vor dem Urlaub ist nicht nur ein Thema für Tropenreisende. Wer beispielsweise nach Osteuropa fährt, sollte über eine Zeckenimpfung nachdenken. Vor allem im Baltikum ist die Gefahr, sich mit FSME zu infizieren, dramatisch gestiegen. Auch Österreich und Teile Skandinaviens zählen zu den Risikogebieten. Dr. Thomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin rät Reisenden in diese Länder unbedingt zur FSME-Impfung. Für Kurzentschlossene gibt es eine Schnellform. Sie ist zwar nicht ganz so sicher, aber so Jelinek: „Besser als nichts!“ Prüfen Sie, ob Ihre Urlaubsregion Risikogebiet ist:
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Fiese Fotos Achtung fiese Blutsauger!
Der beste Schutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine komplette Immunisierung mit drei Impfungen über einen Zeitraum von einem Jahr. Allerdings ist auch hier alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischung erforderlich. Die Wirksamkeit der Schnellimpfung, die 21 Tage dauert, ist deutlich geringer. Jelinek erklärt weshalb: „Unser Immunsystem ist relativ träge und FSME hat eine sehr kurze Inkubationszeit." Die FSME ist eine Viruserkrankung mit grippeähnlichen Symptomen bis hin zur Hirnhautentzündung. Bei jüngeren Menschen verläuft die Krankheit meist leichter als bei älteren. Im Normalfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für den Zeckenschutz. Besser sei es, nicht mit einer Reise in ferne Länder zu argumentieren, sondern auf das erhöhte FSME-Risiko hierzulande hinzuweisen, empfiehlt der Experte.
Insgesamt breiten sich die FSME-Risikogebiete ständig aus. In Ländern wie Estland, Lettland oder Litauen hat sich die Zahl der Erkrankten in den letzten Jahren mehr als verzwanzigfacht. Fachleute rechnen mit einer höheren Dunkelziffer. Ebenfalls betroffen sind die westlichen Gebiete Ungarns, der Osten Polens sowie Tschechien und Slowenien. Die Infektionsgefahr in Osteuropa ist nicht nur deutlich höher als in den deutschen Risikogebieten, die Krankheit fordert auch mehr Todesfälle und Komplikationen. Offenbar ist das Virus, das dort RSSE (Russian-Spring-Summer-Encephalitis) heißt, wesentlich aggressiver als bei uns, so Reisemediziner Jelinek. Wenig Gefahr droht hingegen in Süd- und Westeuropa.
Außer Hirnhautentzündung können Zecken allerdings auch Borreliose übertragen, gegen die es keinen Impfschutz gibt. Allein in Deutschland erkranken cirka 60.000 bis 100.000 Menschen pro Jahr. Die meisten Erkrankungen werden aus Zentraleuropa gemeldet. Wer viel draußen unterwegs ist, sollte sich daher in jedem Fall vor den gefährlichen Blutsaugern schützen. Viele Insektensprays versprechen jedoch mehr als sie tatsächlich nutzen. Dies hat der neueste Test der Stiftung Warentest gezeigt. Von den 20 getesteten Produkten fielen zwölf im Test durch. Auch die besten Mittel kamen über die Note "befriedigend" nicht hinaus, weil sie die versprochene Schutzdauer nicht einhielten. Deshalb gilt: auf jeden Fall alle zwei Stunden nachsprühen oder –cremen und sich nicht nur auf den Insektenschutz verlassen.
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Lange Hosen und feste Schuhe sind der beste Schutz. Wer vom Spaziergang oder Picknick im Grünen zurückkehrt, sollte seinen Körper auf Zecken absuchen. Hat einen ein Blutsauger erwischt, entfernt man ihn am besten mit einer Pinzette oder sucht direkt einen Arzt auf. Keinesfalls Öl oder Klebstoff auf die Zecke träufeln, die dann erst recht Erreger abgibt. Behalten Sie die betroffene Stellen noch einige Wochen im Auge. Eine Hautrötung kann ein Anzeichen für Borreliose sein. Diese Krankheit muss rechtzeitig mit Antibiotika behandelt werden.
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