03.12.2009, 14:09 Uhr | tze
"Öko-Test" hat Lachs auf Keime und Arzneimittelrückstände getestet. (Foto: imago)Zu Weihnachten und Silvester ist Lachs eine beliebte Delikatesse. Aber in den vergangenen Jahren fanden Lebensmitteltester immer wieder Krankheitskeime und Arzneimittelrückstände in Räucherlachs. Wie ist es in dieser Saison um den Lachs bestellt? "Öko-Test" hat 16 Produkte getestet und in acht von ihnen erhöhte Keimzahlen nachgewiesen. Die gute Nachricht: Acht Marken bekamen die Note "Sehr gut" - darunter auch billige von Discountern.
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Noch vor zwei Jahren ergab ein Test der Verbraucherzentrale Hamburg bei 20 von 40 Lachsprodukten so viele Keime, dass der Warnwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) überschritten war. Ganz so drastisch fällt die aktuelle Untersuchung von "Öko-Test" nicht aus. Zwar sind Keime immer noch der häufigste Kritikpunkt, allerdings waren sie nur beim Bio-Räucherlachs von Rewe so stark erhöht, dass er mit der Note "Befriedigend" das schlechteste Testurteil bekam. Alle anderen Produkte bewerteten die Tester mit "Sehr gut" oder "Gut". Rückstände von Tierarzneimitteln und Pestiziden fanden die Tester in keinem der 16 Produkte.
Während man für einen "sehr gut" bewerteten irischen Bio-Räucherlachs 11,58 ausgeben kann, bekommt man Lachs in vergleichbarer Qualität auch für nur 2,79 Euro bei den Discountern Lidl, Penny und Netto. Die traditionelle Festtags-Delikatesse ist also auch für Haushalte erschwinglich, die sparen müssen.
Enterobakterien waren in acht Produkten nachweisbar. Diese Darmkeime können empfindlichen Lachs-Liebhabern nicht nur den Appetit, sondern auch den Magen verderben. Schädlicher sind jedoch Listerien, die in sechs Produkten in geringen Mengen enthalten waren. Dafür gab es eine Note Abzug. Es handelt sich um Bakterien, die grippeähnliche Symptome erzeugen und für Schwangere, Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sehr gefährlich sind. Daher wird Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem vom Verzehr von Räucherlachs abgeraten.
Laut "Öko-Test" können Enterobakterien auf "Schwachstellen in der Hygiene" hindeuten. Mögliche Ursachen sind Hygienemängel bei der Produktion oder unzureichende Kühlung beim Transport oder im Geschäft. Auffällig war, dass die Keimkonzentration nach dem Testkauf noch relativ gering war, zum Haltbarkeitsdatum hin aber deutlich anstieg. Die Verbraucherschützer vermuten, dass dieses bei einigen Produkten zu großzügig berechnet ist.
Lebensmittelexperten raten, abgepackten Räucherlachs am besten bis spätestens drei bis vier Tage vor Ablauf des Verfallsdatums zu essen. Produkte, die unangenehm riechen sollte man meiden und reklamieren. "Öko-Test" empfiehlt Verbrauchern, Bio-Wildlachs oder Zuchtlachs mit dem MSC-Logo zu bevorzugen. Bei solchen Produkten werde auf eine weitgehend umweltschonende Aufzucht der Tiere, beziehungsweise nachhaltige Fischerei geachtet.
Das ausführliche Testergebnis lesen Sie in der Dezemberausgabe 2009 des Magazins "Öko-Test".
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