19.11.2007, 16:33 Uhr | sum
Die Diagnose Gebärmutterhalskrebs trifft jährlich rund 6000 bis 6500 Frauen in Deutschland. Bei jungen Frauen ist es sogar die zweithäufigste Krebserkrankung nach Brustkrebs. Mit einer Impfung, die bereits von einigen Krankenkassen angeboten wird, kann die Anzahl an Krankheitsfällen deutlich reduziert werden. Dafür müssten sich Mädchen ab zwölf Jahren jedoch vor den ersten sexuellen Erfahrungen impfen lassen - denn der Krebs entsteht durch Viren, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Hier ist das Engagement der Mütter gefragt, ihre Töchter frühzeitig aufzuklären. Die Aufklärungskampagne "Ich sag's weiter - Du auch?" will Mädchen wie Mütter informieren und motivieren, ihr Wissen über Gebärmutterhalskrebs weiterzugeben.
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Die Schauspielerin Nina Petri, selbst Mutter von zwei Töchtern, unterstützt die Initiative. "Mir ist es wichtig, dass jede Mutter und jede Frau weiß, wie einfach sie ihre Tochter und sich selbst vor Gebärmutterhalskrebs schützen kann", sagte Petri. Die Kampagne - mit der Internetadresse www.tellsomeone.de - richte sich aber auch an die Mütter: "Wir tragen die Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder", betont die Schauspielerin.
Wenn ein Mädchen noch nie beim Frauenarzt war, kann die Impfung auch vom Kinderarzt vorgenommen werden. Deshalb treten neben Frauenärzten auch Kinderärzte in Aktion: Ende März, im Juni und Oktober beraten sie ihre Patientinnen individuell über die Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs. "Wichtig ist, dass die Kampagne nachhaltig ist", betont Frank von Sonnenburg, von der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt zwar die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, trotzdem kann es einige Zeit dauern, bis sich diese etabliert hat".
Die Heidelberger Frauenärztin Anna Mallorqui empfiehlt die Impfung mit dem Impfstoff Gardasil übrigens auch für Jungen, denn sie können die gefährlichen Viren übertragen.
Gebärmutterhalskrebs Impfung offiziell empfohlen
Die Viren kommen unbemerkt: Frauen stecken sich mit ihnen zumeist beim Sex an. Und zwar nicht selten. Weltweit betrachtet sind HPV- Infektionen die häufigste beim Geschlechtsverkehr übertragene Krankheit, berichtet die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) in ihrer Beurteilung der Impfstoffe. Fünf Jahre nach dem "ersten Mal" habe bei der Hälfte aller jungen Frauen mindestens einer der 40 Erreger den Weg in den Körper gefunden. In den meisten Fällen tötet das Immunsystem den Keim ab. Nur bei einem Teil der Frauen versteckt sich das Virus im Körper, manche bekommen Krebsvorstufen - und ein geringer Teil Krebs. Häufig vergehen bis dahin viele Jahre.
Trotz der Impfung sollte junge Frauen deshalb trotzdem regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen. Auch hier können die Mütter eine Vorbildrolle einnehmen. Denn viele Frauen gehen eher unregelmäßig zum Frauenarzt - dadurch können krankhafte Veränderungen erst spät erkannt werden.
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Quelle: AFP
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