03.02.2009, 11:14 Uhr | bri/dpa
Studien zeigen: Mit den Kilos wächst die Krebsgefahr. (Foto: Archiv)Dicke Menschen haben ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Das zeigen mehrere Studien. Die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung kann bei Übergewichtigen um bis zu 40 Prozent höher sein. Deshalb raten Ärzte, auf gesunde Ernährung und mehr Bewegung zu achten. Bedenklich sei, dass laut Studien mittlerweile jeder zweite Deutsche Übergewicht habe. Jeder Fünfte sei mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 sogar fettleibig. Das sind doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.
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"Wir verfügen schon länger über gesicherte Daten, dass Übergewicht einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebsentstehung gibt", sagte Prof. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Übergewichtige haben laut der weltgrößten Ernährungsstudie EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) ein um 20 bis 40 Prozent höheres Risiko für Nieren-, Speiseröhren-, Brust-, Dickdarm- und Gebärmutterkrebs.
Auch eine Studie aus England zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs. Mediziner der Universität Manchester haben die Daten von fast 300.000 Krebskranken ausgewertet. Je höher der BMI, umso wahrscheinlicher war das Risiko für Tumore in der Speiseröhre, im Darm oder auch in der Gebärmutter. Mit einer Zunahme des BMI um fünf Punkte stieg zum Beispiel das Risiko für Speiseröhrenkrebs um 50 Prozent. Fünf BMI-Punkte entsprechen bei einem 1,70 Meter großen Menschen rund 14 Kilogramm über dem Normalgewicht.
In Deutschland ist Darmkrebs mit mehr als 70.000 neuen Fällen pro Jahr der häufigste bösartige Tumor. Auch Nierenkrebs gehört mit jährlich fast 17.000 neuen Fällen zu den zehn häufigsten Karzinomen. Bösartige Tumore der Gebärmutter werden nach Daten des Robert Koch-Instituts bei mehr als 10.000 Frauen pro Jahr neu diagnostiziert, Schilddrüsen- und Speiseröhrenkrebs bei mehr als 4.000 Menschen. Insgesamt erkranken jedes Jahr bundesweit mehr als 400.000 Frauen und Männer neu an Krebs. Etwa die Hälfte überlebt.
Die Studie mache die Aufklärung über gesunde Ernährung und Bewegung umso dringlicher, schreiben die Forscher im Kommentar zu ihrer Untersuchung im Fachblatt The Lancet. Demnach sterben an den Folgen von Übergewicht allein in den USA inzwischen rund 300.000 Menschen pro Jahr. Übergewicht sei dort die führende vermeidbare Krankheits- und Todesursache, noch vor dem Rauchen.
Zwar gibt es gegen Krebs keinen absoluten Schutz. Doch inzwischen sind sich Forscher einig, dass sich viele Krebsarten durch eine gesunde Lebensweise vermeiden lassen. Im "Europäischen Kodex gegen den Krebs" haben internationale Experten elf Empfehlungen zusammengestellt, die helfen sollen, das persönliche Krebsrisiko zu senken. "Bis zu zwei Drittel aller Krebserkrankungen sind vermeidbar. Wer auf sich und seine Gesundheit achtet und die Regeln ernst nimmt, kann viel dazu tun, sein Krebsrisiko zu senken", erklärt Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe.
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bri/dpa
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