vom Mon Mar 23 17:03:48 CET 2009 | aktualisiert am Mon Mar 23 18:15:36 CET 2009 | dpa
Krebs: Immer mehr Patienten werden dauerhaft geheilt. (Foto: imago)In Europa werden immer mehr Patienten von Krebs geheilt. Das ist das Ergebnis einer Studie der European Cancer Organisation (ECCO). Demnach haben sich besonders die Aussichten bei Lungen-, Magen- und Darmkrebs gebessert. Der Anteil der vollständig geheilten Patienten stieg in den 1990er Jahren bei Lungenkrebs von 6 auf 8 Prozent, bei Magenkrebs von 15 auf 18 Prozent und bei Darmkrebs von 42 auf 49 Prozent. Die geheilten Patienten hätten dieselbe Lebenserwartung wie der Rest der Bevölkerung, schreiben die Autoren der Studie im Fachblatt "European Journal of Cancer".
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Der Studie liegen den Angaben zufolge Daten von mehr als 13,5 Millionen Menschen zugrunde, bei denen zwischen 1978 und 2002 Krebs diagnostiziert worden war. Die Forscher analysierten, welcher Anteil tatsächlich als geheilt gelten kann und nicht nur die ersten fünf Jahre überlebt hat, wie man üblicherweise in der Krebsmedizin zählt. Dafür verglichen sie das Schicksal von Krebspatienten aus den beiden Zeiträumen 1988 bis 1990 und 1997 bis 1999.
In Europa liegen die Zahlen der Heilungserfolge weit auseinander: Bei Männern werden je nach Land 21 bis 47 Prozent vollständig geheilt, bei Frauen 38 bis 59 Prozent. Insgesamt wurden die meisten erkrankten Männer in Island geheilt (47 Prozent), die meisten Frauen (59 Prozent) in Frankreich und Finnland. Polen schnitt europaweit am schlechtesten ab. Hier lag der Anteil der geheilten Patienten bei Männern bei 21 Prozent und bei Frauen bei 38 Prozent. Grund für die europaweit stark abweichenden Zahlen sei unter anderem die Häufigkeit der verschiedenen Krebsarten sowie unterschiedliche Vorbeugemaßnahmen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
So lag der Anteil der geheilten Lungenkrebspatienten in Dänemark, Tschechien und Polen mit weniger als 5 Prozent europaweit am niedrigsten, während in Frankreich und Spanien mit mehr als zehn Prozent die meisten Patienten geheilt werden. Auch bei Darmkrebserkrankungen lagen Polen und Tschechien zusammen mit Slowenien mit weniger als 30 Prozent geheilten Patienten hinten - während in Frankreich rund die Hälfte aller Erkrankten gerettet werden. Bei der Heilung von Brustkrebs bilden Polen, Tschechien und Slowenien ebenso europaweit das Schlusslicht. Als Grund hierfür sehen die Wissenschaftler die Einführung von Brustkrebs-Screenings Mitte der 1990er in vielen westeuropäischen Ländern.
Beim Prostatakrebs belegt Frankreich mit einer Heilungsrate von mehr als 60 Prozent zwar den Spitzenplatz in Europa, dies könne jedoch auch auf einer intensiven Früherkennung beruhen. Dadurch würden auch zahlreiche Krebsgeschwüre entdeckt, die im Laufe des Lebens des Patienten möglicherweise nie Probleme verursacht und nicht zum Tode geführt hätten.
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