18.05.2007, 10:44 Uhr | bri/afp
Vergleichen hilft, Geld zu sparen. Doch das könnte dem Verbraucher künftig immer schwerer fallen. Ende Juni segnen die EU-Finanzminister einen Beschluss ab, mit dem einheitliche Verpackungsgrößen wegfallen. Ein Beispiel: Die gute alte Tafel Schokolade enthält innerhalb der gesamten EU immer 100 Gramm. Doch bald könnte das Gewicht zwischen 95 und 115 Gramm variieren. Die Preise sind dabei ebenfalls unterschiedlich. Das schaffe ein größeres Angebot für die Verbraucher, sagen die Lebensmittelhersteller. Verbraucherschützer befürchten dagegen mehr Mogelpackungen. "Die Schokoladentafel von 95 Gramm zum Preis von 100 Gramm ist dann vorprogrammiert", sagt Günter Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Hundert Gramm Schokolade, ein halbes Pfund Butter oder ein Kilo Zucker - für 70 Artikel des täglichen Bedarfs waren bisher innerhalb der gesamten EU einheitliche Größen vorgeschrieben. Kleine oder große Packungen mit der Hälfte oder dem Doppelten des Inhalts waren erlaubt. Ungerade Angaben gab es nicht. Spätestens 2009 sollen die Regeln schrittweise fallen.
Variieren sollen dann die meisten der Festgrößen etwa für Schokolade, Reis, Mehl, Zahnpasta oder Eiscreme. Für Milch, Butter, Kaffee, Nudeln und Zucker wurden Übergangsfristen von fünf bis sechs Jahren vereinbart. Ausgenommen von der Regelung sind nur Wein und Spirituosen, für die weiter die vorgeschriebenen Füllmengen gelten.
EU-Industriekommissar Günter Verheugen versichert, das Ende der festen Größen werde dem Verbraucher mehr Auswahl geben. Die Befürworter der Regelung verweisen außerdem auf die seit September 2000 vorgeschriebene Angabe der Grundpreise. Das sind die Preise pro hundert Gramm oder pro Liter, die am Supermarktregal angebracht sind. "Dadurch bleiben die Preise durchaus vergleichbar", betont auch der CDU-Europaabgeordnete Andreas Schwab.
Das sehen Verbraucherschützer anders: "Marktuntersuchungen zeigen, dass die Angaben oft zu klein sind, fehlen oder nicht stimmen. Außerdem bringen diese Angaben nichts, wenn eine ganze Branche die Preise erhöht, erklärt Armin Vallet, Experte für Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Hamburg.
Im übrigen verfahren schon jetzt viele Hersteller nach dem Prinzip "weniger Inhalt - gleicher Preis" und zwar bei einigen Lebensmitteln und Kosmetika, bei denen es schon jetzt keine Vorschriften für die Füllmengen gibt. Beispiele sind in der Liste der Verbraucherzentrale Hamburg zu sehen: Pakete von Reinigungstüchern etwa, die zum gleichen Preis mal 64, mal 56 Exemplare enthalten. Oder Gläser mit Pflaumenmus, die mal größer, mal kleiner ausfallen, ohne dass sich der Preis ändert.
Quelle: t-online.de
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