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Kaufsucht: Wenn volle Tüten zum Zwang werden

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Wenn volle Tüten zum Zwang werden: Anzeichen einer Kaufsucht erkennen

14.12.2011, 15:45 Uhr | akl

Kaufrausch oder Kaufzwang? Der Übergang ist meist schleichend. (Quelle: Archiv)

Kaufrausch oder Kaufzwang? Der Übergang ist meist schleichend. (Quelle: Archiv)

Durch die Geschäfte bummeln und sich das ein oder andere Teil gönnen - das ist für viele Entspannung pur. Doch für immer mehr Menschen in Deutschland wird der Wunsch zu kaufen zu einem unkontrollierbaren Drang. Sie könne erst dann aufhören, wenn die Tüten voll sind. So erkennen Sie erste Anzeichen einer Kaufsucht.

Glücksgefühle bleiben aus

In Deutschland leiden nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) bundesweit etwa 800.000 Menschen unter einer krankhaften Kaufstörung. Wenn sie mit vollen Einkaufstüten das Kaufhaus verlassen, empfinden sie nicht etwa Glücksgefühle, sondern meist nur Reue. "Die Sucht beginnt meist schleichend und wird erst als solche erkannt, wenn sie sich zu Hause aufgrund überquellender Schränke und voller Keller vor Familie und Freunden nicht mehr verbergen lässt", erläutert TK-Psychologin Inga Margraf. Meist ist es auch der drohende finanzielle Ruin, der die Betroffenen dazu nötigt, sich zu ihrem krankhaften Kaufverhalten zu bekennen und Hilfe anzunehmen.

Was hinter einer Kaufsucht stecken kann

Hinter einer Kaufsucht können Erkrankungen stecken. "Ursache ist oft eine Depression, die nicht selten von anderen Zwangsverhalten wie etwa einer Ess-Störung und übersteigerten Ängsten begleitet wird. Auch verbirgt sich hinter dem zwanghaften Shoppen häufig eine verzweifelte Suche nach Anerkennung und Liebe", so Margraf. Dabei geht es gewöhnlich nicht um die erstandenen Objekte selbst, sondern vielmehr um das Glücksgefühl während des Kaufvorgangs. Das erklärt, warum das Gekaufte meist nicht einmal ausgepackt wird, sondern schamhaft irgendwo verstaut oder verschenkt wird.

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Wichtig ist, sich die Sucht einzugestehen

Der Weg aus der Kaufsucht heraus kann lang sein. "Ein erster wichtiger Schritt ist zunächst, sich die Sucht einzugestehen und darüber zu sprechen", weiß Margraf. Auch das Aufsuchen einer Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein. In schwerwiegenden Fällen sollten Betroffene erwägen, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Um der Sogwirkung des Drangs kurzfristig zu widerstehen ist es hilfreich, beispielsweise Kreditkarten zurückzugeben. Sinnvoll kann auch sein, einen begrenzten Geldbetrag festzulegen, mit dem man wöchentlich auskommen muss. Außerdem kann es helfen, vor dem Einkaufen aufzuschreiben, was wirklich benötigt wird.


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