08.09.2010, 13:23 Uhr | jlu
Kalzium ist lebenswichtig, deshalb nehmen viele spezielle Präparate zur Nahrungsergänzung ein. Doch wer zu viel davon schluckt, schadet seinem Herz. Dies zeigt eine Auswertung von mehreren Studien mit insgesamt 12.000 Teilnehmern. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) rät, Kalziumpräparate zurückhaltend und nur nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen. Um Knochenabbau vorzubeugen,sei eine ausreichende Kalziumzufuhr mit der Nahrung jedoch weiterhin unverzichtbar.
Die Auswertung von insgesamt 15 Studien ergab, dass die Einnahme von Kalziumpräparaten das Risiko für einen Herzinfarkt um bis zu 30 Prozent erhöht. Auch die Wahrscheinlichkeit an einem Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, stieg leicht an. “Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der unkritische Umgang mit Kalziumpräparaten Gesundheitsrisiken birgt”, sagt Professor Hendrik Lehnert vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck. Der Grund: Das Mineral kann sich in den Gefäßen ablagern, die Blutgefäße verengen und zu einer Arteriosklerose führen. “So kann Kalzium zur Ursache von Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden”, ergänzt der Arzt.
Zu wenig Kalzium ist allerdings ebenfalls schädlich, ein Mangel kann zu Osteoporose und Knochenbrüchen führen. Zur Behandlung der Krankheit verschreiben Ärzte in der Regel Medikamente, die den Körper zusätzlich mit dem Mineral versorgen. Doch daraus ergebe sich eine Gratwanderung: “Es ist bekannt, dass die Einnahme von Kalzium allein die Mineraldichte im Knochen kaum steigert“, sagt auch sein Kollege Dr. Christian Hubold. Im besten Fall werde das Mineral über den Urin wieder ausgeschieden, im ungünstigen Fall werde es aber in der Gefäßwand abgelagert und begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen. “Deshalb ist eine ausreichende Kalziumversorgung im Rahmen einer gesunden Ernährung unverzichtbar. Eine zusätzliche Gabe sollte nur dann erfolgen, wenn die Kalziumzufuhr mit der Ernährung nicht ausreicht“, rät der Experte. Im Zweifelsfall sollten sich Patienten mit ihrem Hausarzt beraten.
Die empfohlene Tageszufuhr von Kalzium liegt für Erwachsene zwischen 450 und 1000 Milligramm. Zur Vorsorge und Behandlung von Osteoporose empfehlen Experten 1000 bis maximal 1500 Milligramm pro Tag. Wer gesund isst, kann genug von dem Mineral mit der Nahrung zu sich nehmen: In einem Glas Milch und zwei Scheiben Käse stecken zum Beispiel rund 800 Milligramm. Auch größere Mengen Grünkohl oder Mandeln enthalten viel Kalzium.
Doch auch andere Präparate zur Nahrungsergänzung können dem Körper schaden. Wer zum Beispiel zu oft zu Eisenpräparaten greift, hat ein höheres Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen und Herzprobleme. Das Schwierige: Die Spanne zwischen lebensnotwendiger Zufuhr und schädlicher Dosis ist bei Eisen sehr eng. Die Tabletten sollten deshalb nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Wer sich richtig ernährt, kann in der Regel auf die Mittel verzichten. Denn Fleisch, Eier, Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte liefern dem Körper genug Eisen.
Aus Angst vor einem Vitaminmangel greifen viele Deutsche auch zu Vitaminpräparaten - dabei ist dies oft unnötig. Wissenschaftler weisen immer wieder darauf hin, dass hierzulande kein Vitaminmangel herrscht. So zeigen verschiedene Untersuchungen, dass die meisten Deutschen genug Vitamine zu sich nehmen, etwa durch Obst und Gemüse. Nur wer auf Diät ist, raucht oder schwanger ist, benötigt eventuell zusätzliche Nährstoffe.
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jlu
Dererklärbär schrieb:
am 8. September 2010 um 20:28:11
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???
Wer kann schon ruhigen Gewissens behaupten, dass er sich vollkommen ausgewogen ernährt. Der Vitamin C - Gehalt einer Orange kann je nach
Anbaugebiet um das zwanzigfache variieren. Viele Erwachsene trinken seit ihrer Kindheit keine Milch mehr und Fisch wird auch nicht von jedermann geliebt und regelmäßig gegessen. Ich nehme seit vielen Jahren Ergänzungsmittel und hab´s nicht bereut. Der 2fache Nobelpreisträger Linus Pauling war Vertreter von hohen Vitamindosierungen und ist damit uralt geworden.
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Ich schrieb:
am 8. September 2010 um 20:16:28
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@eric
Es ist Kalzium und nicht Kalium.
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Michl schrieb:
am 8. September 2010 um 19:34:04
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zu viel Kalzium
wenn meine Infos richtig sind, soll ein "zu viel an Kalzium" (ohne dass man es mit der gleichzeitigen Einnahme von Vitamin D3
blockiert) vom Körper über die Nieren ausgeschwemmt werden können.
Wer kennt sich hier wirklich aus? Erbitte wenn möglich einen Rat. Danke
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