08.09.2010, 08:23 Uhr | jlu
Manche Hersteller strecken Kaffee mit Pulver. (Foto: imago)
Es sieht aus wie Kaffee, doch nicht immer ist das Pulver in der Packung zu 100 Prozent Kaffee. Manche Hersteller strecken die gemahlen Bohnen mit billigeren Füllstoffen, verkaufen ihn aber zum gleichen Preis wie echten Kaffee. Das haben Recherchen des MDR-Magazins "Umschau" ergeben. Demnach ist es für die Röstereien günstiger, je weniger Kaffee das Kaffeepulver enthält. Das Problem: Auf den ersten Blick ist das für den Verbraucher nicht zu erkennen.
Gestreckt wird zum Beispiel bei der Herstellung aller Kaffeesorten der Kraft Foods-Marke "Onko": Das Unternehmen stellt derzeit alle vier "Onko"-Produkte von 100-Prozent-Kaffee auf 88-Prozent-Kaffee um. Im Handel sind zurzeit beide Packungen erhältlich. Doch die neue Verpackung ist der alten zum Verwechseln ähnlich. Nur wer das Kleingedruckte auf der Verpackung liest, weiß, was wirklich im Kaffee steckt: 88 Prozent Röstkaffee, 8 Prozent Maltodextrin und 4 Prozent Karamell. Genau das kritisieren Verbraucherschützer als Irreführung und versteckte Preiserhöhung, denn für beide 500-Gramm-Packungen muss man vier Euro zahlen.
Ähnlich bei Tchibo: Neben dem 100-Prozent-Kaffee "Eduscho Gala Nr. 1" verkauft das Unternehmen auch gestreckten Kaffee, etwa die Sorte "Eduscho Gala Mild & Elegant". Eigentlich sollte hier der Hinweis "Typ Melange" darauf Aufmerksam machen, dass es sich um einen Mischkaffee handelt. Ein Gericht hielt das jedoch für unzureichend. Tchibo weist seitdem mit der Packungsaufschrift "Röstkaffee mit Karamell" auf die Beimischung hin. Wer allerdings genau wissen möchte, woraus das Pulver tatsächlich besteht, muss das Kleingedruckte studieren. Denn der Preis gibt darüber keine Auskunft: Beide Produkte kosten 3,99 Euro.
Als Streckmittel benutzen die Kaffeeproduzenten in der Regel Karamell und Maltodextrin. Letzteres ist ein geschmacksneutrales Kohlenhydratgemisch, das in der Lebensmittelproduktion hauptsächlich als Trägersubstanz für Aromen, als Verdickungsmittel und als Füllstoff Verwendung findet. Gegenüber der "Umschau" erklären beide Hersteller, dass die beigemischten Stoffe vor allem den Kaffeegeschmack verbessern sollen.
Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Mischkaffee im Handel ist. Gestrecktes Kaffeepulver verschafft den Unternehmen auch einen Steuervorteil, dieser ergibt sich aus dem deutschen Kaffeesteuergesetz.: "Wird der Röstkaffeeanteil reduziert, verringert sich die Kaffeesteuer. Der Steuervorteil vergrößert sich zudem, wenn diese Kaffeemix-Produkte im Ausland produziert und dann importiert werden", erklärt Heike Wilsdorf vom Hauptzollamt Dresden gegenüber der "Umschau". Besonders groß ist die Steuervergünstigung bei der Importware, wenn der Kaffeeanteil unter 90 Prozent liegt. Deshalb produziert Tchibo seinen Mixkaffee unter anderem in Polen, das "Onko"-Produkt kommt zum Beispiel aus Österreich.
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jlu
verbraucher schrieb:
am 16. September 2010 um 16:22:06
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betrug
wenn man die regierung sieht, wofür der eine abgewatscht wird bekommt der andere einen orden. wer kreuze abschafft bevor er vereidigt
ist und dann auch noch auf "das kreuz" seinen eid ablegt, was kann man da von der industrie erwarten als diesselbe art der täuschung. der brave bürger kauft und zahlt seine steuern wie es sich gehört, um den ganzen fetten mopp zu unterhalten
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www schrieb:
am 15. September 2010 um 23:32:02
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Mischkaffee
In einem Land in dem Betrug für die Reichen nicht verboten ist muß man sich über nichts wundern. Die Politiker schützen auch
hier nicht das Volk durch Gesetze.
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Yasi schrieb:
am 14. September 2010 um 19:41:31
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Kaffee macht nun doch dick
Karamell und Matodextrin ist beides Zucker. Wenn nun nur noch 88% Kaffee und der Rest Karamell und Maltodextrin
drin ist bedeutet das automatisch das in diesem "Kaffee" 12% Zucker sind. Nicht vergessen werden sollte auch das obigatorische Carrageen (E407), Guarkernmehl (E412) und weil dann zuwenig Kaffee kaum noch Geschmack entwickelt die Allzweckwaffe Mononatriumglutamat (E621). Und für die Farbe Zuckercouleur (E150a). Ich habe einen Vollautomaten - da kommen nur Kaffeebohnen aus Italien rein.
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