23.10.2009, 08:44 Uhr | AP/bri
Drei Tassen Kaffe sind gut für die Leber. (Foto: Archiv)Kaffee ist gut für die Leber. So soll der der Konsum von Kaffee bei Menschen mit chronischer Hepatitis C und fortgeschrittenen Leberschäden die Verschlimmerung der Krankheit aufhalten. Das ergab eine Studie des amerikanischen Nationalen Krebsinstituts (NCI) an Patienten, bei denen eine herkömmliche Therapie nicht anschlug. An der Untersuchung nahmen rund 770 Betroffene teil.Doch Kaffe trinken ist nicht nur bei Leberschäden gut. Wir sagen Ihnen, wie gesund Kaffe wirklich ist und räumen mit den bekanntesten Kaffee-Mythen auf.
Übersicht Symptome, Behandlung und Vorbeugung von Hepatitis
Bei den Teilnehmern, die täglich mindestens drei Tassen Kaffee tranken, lag das Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit um mehr als die Hälfte niedriger als bei Nicht-Kaffeetrinkern. Bei Teetrinkern beobachteten die Forscher keinerlei Schutzeffekt, wie sie im Fachblatt "Hepatology" schreiben. "Obwohl wir eine Reihe anderer Faktoren, die mit dem Kaffeetrinken einhergehen, nicht ausschließen können, deuten die Resultate unserer Studie darauf hin, dass Patienten mit starkem Kaffeekonsum ein geringeres Risiko haben, dass die Krankheit fortschreitet", sagt Studienleiter Neal Freedman.
Mittlerweile hat Kaffe einen richtig guten Ruf: "Bei drei bis vier Tassen Filterkaffee pro Tag braucht sich niemand Sorgen um seine Gesundheit machen", sagt der Wiener Ernährungswissenschaftler Gernot Faustmann. "Dass Kaffee den Körper entwässert, ist längst überholt: Das Getränk besteht zu fast 100 Prozent aus Wasser und trägt zum Flüssigkeitshaushalt bei," erklärt Faustmann. Selbst Schwangere dürfen ein bis zwei Tassen Kaffee pro Tag trinken.
Weil Koffein anregend wirkt und kurz den Blutdruck erhöht glauben viele, dass Kaffee das Herzinfarktrisiko erhöht. Doch das ist inzwischen widerlegt. "Nur bei sehr hohen Dosen von sieben bis zehn Tassen ist überhaupt ein Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem denkbar", erklärt Faustmann. Dass Kaffee außerdem vor Krebs schützen kann, belegt eine Studie aus Italien: Die Forscher hatten zehn Studien ausgewertet und entdeckt, dass Kaffeetrinker seltener an Leberkrebs erkrankten. "Kaffee allein reicht aber nicht zur Krebsvorsorge. Denn es hängt nicht von einem Lebensmittel ab, ob man an Krebs erkrankt oder nicht", erklärt Faustmann.
Besser ist der Schutz vor Altersdiabetes (Diabetes Typ 2) erforscht. Laut einer Studie aus Finnland ist das Diabetesrisiko bei Kaffeetrinkern um rund die Hälfte geringer. "Die Studien aus Finnland haben eine Schutzwirkung bewiesen. Manche Forscher empfehlen sogar, täglich Kaffee zu trinken", sagt Faustmann. Doch kann Kaffe süchtig machen? Nein. Denn es treten keine typischen Sucht-Symptome auf wie bei Alkohol oder Drogen. Die Dosis muss nicht ständig erhöht werden, auch verlieren Kaffeetrinker nicht die Kontrolle über ihren Konsum.
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