31.03.2011, 14:54 Uhr | lvb
Japanische Lebensmittel dürfen stärker strahlen als vor der Atomkatastrophe von Fukushima. (Foto: imago)
Für japanische Lebensmittel, die in die EU importiert werden, gelten nun höhere Cäsium-Grenzwerte als vor der Fukushima-Katastrophe. Sie dürfen also stärker mit radioaktiven Cäsium-Isotopen belastet sein als Produkte aus anderen Ländern. Dies hat die EU am Wochenende in einer Eilverordnung beschlossen. Die höheren Werte gelten vorerst bis zum 30. Juni 2011. Verbraucherschützer sind empört.
Kritik an der Grenzwerteerhöhung üben die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und das Umweltinstitut München. Mit der am 25. März verabschiedeten Eilverordnung erhofft sich die EU, japanische Lebensmittel stärker kontrollieren zu können. Allerdings sieht der Erlass auch vor, dass für die Lebensmittel Cäsium-Grenzwerte auf der Basis einer mehr als zwanzig Jahre alten EU-Verordnung für den "atomaren Notstand" gelten. Auf die so genannte "Euratom Nr. 3954/87" hatte sich die EU schon 1987 geeinigt, sie wurde aber erst an diesem Wochenende aktiviert.
Demnach gilt jetzt für Cäsium-134 und Cäsium-137 ein Höchstwert von 1.250 Becquerel/Kilogramm (Bq/kg). Niedrigere Grenzwerte haben Säuglingsnahrung, Milchprodukte und flüssige Nahrungsmittel. So genannte "Nahrungsmitteln von geringer Bedeutung" wie Gewürze und Fischöl dürfen sogar mit bis zu 12.500 Bc/kg strahlen. Für Lebensmittel aus anderen Ländern gilt dagegen eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2008: "Landwirtschaftliche Produkte mit Ursprung in Drittländern nach dem Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl" dürfen nicht mehr in die EU eingeführt werden, wenn sie mit mehr als 600 Bq/kg an strahlen. Für Milchprodukte und Säuglingsnahrung liegt die Grenze bei 370 Bq/kg. Diese Werte werden auch auf deutsche Produkte angewandt: So dürfen in Bayern erlegte Wildschweine, die mit mehr als 600 Bq/kg strahlen, nicht verzehrt oder verkauft werden. Dagegen dürfte japanisches Fleisch vom Kobe-Rind selbst mit einer doppelt so hohen Strahlenbelastung nach Deutschland importiert werden.
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"Die EU hat mit ihrer Eilverordnung absurderweise einerseits die Sicherheitsstandards durch schärfere Kontrollmaßnahmen erhöht, sie andererseits aber durch laxere Grenzwerte ohne Not abgesenkt", sagte Thilo Bode, Geschäftsführer von Foodwatch. Zudem kritisierte er, dass die Verbraucher nicht über die höheren Grenzwerte informiert worden seien. Zwar weisen die Verbraucherschützer von Foodwatch darauf hin, dass es derzeit keine Anlass zur Sorge über stark belastete Lebensmittel aus Japan gibt. Sie befürworten dennoch ein Importstopp für japanische Lebensmittel.
Die EU-Kommission wies den Vorwurf zurück, die Grenzwerte für japanische Produkte erhöht zu haben. Am Wochenende seien lediglich Regelungen in Kraft getreten, auf die man sich bereits 1987 nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl geeinigt habe. Ziel der Verordnung sei es, die Kontrollen nach dem Unglück von Fukushima zu verschärfen. Zudem gelte die Verordnung mit den niedrigeren Grenzwerten nur für Lebensmittel, die in Folge der Tschernobyl-Katastrophe verstrahlt wurden.
Dieser Argumentation kann sich Foodwatch jedoch nicht anschließen. Die Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die niedrigeren Grenzwerte von 2008 in der Vergangenheit auch bei japanischen Produkten angewandt wurden. Das bestätigte gegenüber Foodwatch auch Manfred Kutzke, Abteilungsleiter bei dem für die Kontrolle von Lebensmittelimporten zuständigen Institut für Hygiene und Umwelt der Stadt Hamburg: "Für Produkte aus Japan - und nur für diese - gelten jetzt höhere Grenzwerte als vor dem Atomunfall."
Die Sicherheitsmaßnahmen für Importe aus Japan waren seit dem Wochenende EU-weit verschärft worden. Allerdings werden aus Japan nur wenige Lebensmittel nach Deutschland importiert: 2010 waren das Nahrungsmittel im Wert von rund 33 Millionen Euro. Nach Angaben des Verbraucherministeriums handelt es sich dabei vor allem um Fischspezialitäten, grünen Tee und Algen. Die großen Fischbestände im Pazifik sind nach Expertenangaben nicht von radioaktiver Verseuchung bedroht.
lvb
alf schrieb:
am 31. März 2011 um 18:06:42
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Wahnsinn
Strahlende Lebensmittel ? Auch eine Art den Sondermüll aus den Land zu schaffen. Der Deutsche als Endlager für Straglenmüll.
Tolle Politik und das Volk ist ja eh dumm und nimmt alles murrend hin. Wann hört der politische Wahnsinn endlich auf. Die Marionetten von Politikern sind doch nur Handlanger der Lobbyisten.
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Gunni schrieb:
am 31. März 2011 um 18:00:06
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Lecker
Ich esse immer Kekse aus Erdöl, die sind nicht so verstrahlt. Und wenn ich genug Acrylamid aufgenommen habe, mache ich eine Kur in
Japan und lasse meine Tumore bestrahlen.
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Anni schrieb:
am 31. März 2011 um 17:58:59
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Lebensmittel
Freiheit für die Gifte !!!! Können wir jetzt unseren Sondermüll auch einfach ins Klo schütten oder gelten für uns weiterhin
Richtwerte? Wir wollen unseren Keller entrümpeln, vielleicht bekomme ich auch eine Sondergenehmigung ? So ein hohler Blödsinn, wozu gab es denn die Grenzwerte ? Sollen wir uns jetzt alle einen Happen von der Strahlung holen ? Ich glaube nicht, dass Japan umgekehrt genau so offen wäre. Da gäbe es einen Einfuhrstop.
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