20.07.2011, 16:02 Uhr | lac
Bei einer 22-jährigen Frau entdeckten Ärzte eine Brustwarze am Fuß. (Foto: http://dermatology.cdlib.org/)
Fast jeder Mensch hat zwei Brustwarzen - doch manchmal wächst am Körper noch eine dritte. Polythelie nennen Mediziner dieses Phänomen, das bei ein bis fünf Prozent der Bevölkerung auftritt. Auch bei Männern kann sich eine dritte Brustwarze bilden, Frauen sind aber häufiger betroffen. Meist sind die überzähligen Brustwarzen harmlos. Um sicher zu gehen, sollte man sie allerdings trotzdem ärztlich untersuchen lassen.
Zusätzliche Brustwarzen treten meist entlang der sogenannten Milchleiste auf. Diese verläuft von der Achselhöhle über den Bauch bis zu den Schamlippen. Überall auf dieser Milchleiste können sich Brustanlagen bilden - ähnlich wie bei Hunden, deren Zitzen über Brust und Bauch verteilt sind. Warum sich auch bei Menschen manchmal eine dritte Brustwarze entwickelt, sei nicht geklärt, sagt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Auch außerhalb der Milchleiste kann es zusätzliche Brustwarzen geben. Das sei allerdings sehr selten, sagt Albring. Das "Dermatology Online Journal" berichtete kürzlich über einen besonders ungewöhnlichen Fall: eine 22-jährige Frau mit einer dritten Brustwarze am Fuß.
Überzählige Brustwarzen sind schon bei der Geburt vorhanden. Doch nicht immer werden sie als solche erkannt: "Bei Kindern sind diese Brustwarzen am Anfang noch so klein und hell, dass man sie für ein Muttermal halten kann", erläutert Albring. Zudem sind die Brustwarzen nicht immer voll entwickelt: "Oft bildet sich auch nur eine Viertel-Brustwarze", so der Gynäkologe. Diese erscheint dann als relativ unauffälliger, dunkler Knubbel auf der Haut - kaum jemand denkt da an eine Brustwarze.
Jede 10. Frau in Westeuropa erkrankt an Brustkrebs. Daher ist Vorsorge und die richtige Therapie unverzichtbar. zum Video
Polythelie ist eine gutartige Hautveränderung, gefährlich ist sie normalerweise nicht. "Es kann aber unangenehm sein, wenn die Brustwarze zum Beispiel in einer Hautfalte liegt oder vom BH-Bügel gequetscht wird", räumt Dr. Albring ein. Grundsätzlich sollten zusätzliche Brustwarzen aber bei der gynäkologischen Untersuchung mit abgetastet werden, rät der Mediziner - denn auch dort kann sich Brustkrebs bilden. Wen die zusätzlichen Brustwarzen stören, etwa aus ästhetischen Gründen, kann sie auch chirurgisch entfernen lassen.
Es kann sein, dass sich unter der Brustwarze auch Brustdrüsengewebe mit milchproduzierenden Zellen bildet. Es kommt auch vor, dass eine Frau an mehreren Stellen Brustdrüsen hat, ohne dass eine Brustwarze darüber liegt. Dieses Brustdrüsengewebe, das man vor allem in den Achselhöhlen findet, bleibt so lange unbemerkt, bis die Frau ihr Kind stillt. "Dann schwellen nicht nur die Brüste, sondern auch die zusätzlichen Brustdrüsen an", sagt Albring. Das kann sehr schmerzhaft sein. Eine Operation, bei der das zusätzliche Brustdrüsengewebe entfernt wird, kann Abhilfe schaffen.
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