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Ist der Nichtraucherschutz gescheitert?

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Ist der Nichtraucherschutz gescheitert?

03.05.2011, 14:38 Uhr | dpa

In vielen deutschen Kneipen wird noch immer geraucht (Foto: dpa)

In vielen deutschen Kneipen wird noch immer geraucht (Foto: dpa)

Mehr als 80 Prozent aller Kneipen und Bars in Deutschland sind verqualmt, trotz der Nichtraucherschutzgesetz. In den meisten Fällen wird damit gegen Vorschriften verstoßen. Das geht aus einer großen Evaluationsstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hervor. Dafür untersuchten Forscher rund 3000 Gastronomiebetriebe in den Innenstädten von Düsseldorf, Hannover, Kiel, Mainz, Magdeburg, Schwerin, Stuttgart und Wiesbaden, Berlin und München. Es ist die erste Studie dieser Art in Deutschland.

Acht Prozent sind Rauchergaststätten

Auch in 90 Prozent der Spielhallen wird demnach weiterhin geraucht. In den Speisegaststätten sieht es zwar besser aus. Doch: "Acht Prozent aller untersuchten Restaurants waren faktisch Rauchergaststätten", berichteten die Forscher. Ihr Fazit: "Wer abends ein Bier trinken will, muss vielerorts lange suchen, wenn er nicht zum Passivrauchen gezwungen werden will." Generelle Rauchverbote in Gaststätten gibt es nur in Bayern und im Saarland.

Nichtraucherschutzgesetze gescheitert

"Die meisten Landesgesetze zum Nichtraucherschutz dürfen als gescheitert angesehen werden", folgerte Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Krebsprävention des DKFZ sowie des WHO-Zentrums für Tabakkontrolle. Durch die unterschiedlichen Landesgesetze und die Vielzahl von Ausnahmeregelungen sei der Nichtraucherschutz schwer umzusetzen und zu kontrollieren. "Dies müsste vereinfacht und vereinheitlicht werden", forderte Pötschke-Langer und erinnerte an DKFZ-Untersuchungsergebnisse von 2009: "Raucherkneipen und Raucherräume sind Giftküchen." So sei die Schadstoffbelastung mit lungenschädlichen Partikeln in Raucherräumen bis zu 20 mal, in den anliegenden Räumen immer noch viermal höher als in einer rauchfreien Gaststätte. Nicht nur Besucher, sondern auch Mitarbeiter seien diesen Schadstoffmengen ausgesetzt.

Münchens Gaststätten sind besonders rauchfrei

München rangierte mit 95 Prozent rauchfreier Gaststätten an erster Stelle der untersuchten Landeshauptstädte. Schlusslicht im Ranking war die "Rauchermetropole" Düsseldorf. Dort sind weniger als 60 Prozent der Gaststätten rauchfrei. "Hier gibt es die meisten Raucherkneipen und auch die meisten Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht", berichtete Ute Mons vom DKFZ. Nur acht Prozent der Rauchergaststätten und knapp 30 Prozent der Raucherräume waren dort ohne Beanstandung: "In den anderen Fällen fehlten Kennzeichnungsschilder, es wurden unerlaubterweise Speisen angeboten oder es war mehr als ein Gastraum vorhanden. In Gaststätten mit Raucherraum fehlten dort Türen oder sie standen dauerhaft auf", fasst Mons zusammen.

In Schwerin sind die meisten Kneipen verqualmt

Bei den Kneipen und Bars steht Schwerin am verqualmtesten da: In 93 Prozent dieser Gaststätten wird geraucht. In Berlin ist das Bild zweigeteilt. Von den Landeshauptstädten mit Ausnahmeregelung gibt es den insgesamt höchsten Anteil rauchfreier Gaststätten (80 Prozent) - allerdings nur in den gehobenen Bezirken. In ärmeren Gegenden wird in vielen Eckkneipen weiter geraucht.


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Kommentare (36)

zum Forum

Thema: "Ist der Nichtraucherschutz gescheitert?"

Lilliy schrieb: am 1. Juli 2011 um 23:07:08
(0) (3) Anzeige
Keine Toleranz den Intoleranten. Wenn der Wirt in den Ländern, in denen Rauchverbot auch in Kneipen gilt, das Rauchen erlaubt,
verliert er seine Konzession. Im Saarland und Bayern habe ich schon Wirte zur Anzeige gebracht. Man muss nur ernst machen. Dann geben die Wirte auch klein bei. Da helfen auch keine dummen Sprüche und Ausreden. Gesetz ist Gesetz. Gut, dass es mit der lästigen Qualmerei vorbei ist. Also: Raucher, vor die Tür mit euch.
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Missy schrieb: am 22. Juni 2011 um 08:10:13
(2) (0) Rauchen
Was ist eine Altberliner Eckkneipe in Prenzl. Berg oder Kreuzberg ohne Biergeruch und Rauchen. Bin selbst Nichtraucher aber man kann
ja auch übertreiben. Früher wurde überall geraucht meistens die Männer in den öffentlichen Verkehrsmitteln, Tabakwarengeschäfte usw. usw. und keiner hat so ein Theater gemacht wie heute. Raucherhetzjagd nennt man das. Die Leute sollen lieber mal aufpassen wieviel Chemie sie heute essen. Lebensmittel sind ja heute Monate haltbar, wie geht das.
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Helmut schrieb: am 21. Juni 2011 um 13:01:22
(0) (0) Gleiches Recht?
Da schtreibt doch einer "gleiches Recht für alle" und empfielt den Rauchern zu Hause zu bleiben. Genau das mit dem
"gleichen Recht" wurde in allen Regelungen versäumt. Es gäbe mit Sicherheit Lösungen, die allen gerecht werden. Nur ist daran komischerweise keiner interessiert.
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