07.04.2008, 11:24 Uhr | bri/dpa
In Risikogebieten warnen Schilder vor der Zeckengefahr. (Foto: dpa)Durch den milden Winter sind Zecken vielerorts jetzt schon aktiv. Um das Risiko einer Erkrankung nach einem Zeckenstich zu verringern, ist eine Impfung sinnvoll - und wirksam. Denn die Zahl der Erkrankungen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Das zeigen Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Gab es 2006 noch 546 Infektionen, waren es 2007 nur noch 238 Fälle. Experten vermuten, dass sich im kühlen Sommer 2007 weniger Menschen in Wäldern aufgehalten haben und deshalb die Zahlen so niedrig sind. Entwarnung gibt es trotzdem nicht.
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Vergangenes Jahr wurden weitere Regionen Deutschlands zu FSME-Risikogebieten erklärt, weil in den Jahren zuvor sehr viele Infektionen auftraten. Die Zahl der als risikoreich eingestuften Landkreise stieg auf 126, erstmals galten ganz Süddeutschland und einige Kreise in Thüringen und Hessen als Gefahrenzone. Auch dieses Jahr steht wieder eine Neubewertung an. Doch laut RKI wird sich an der Zahl der Gebiete kaum etwas ändern, weil in die Einstufung die Erkrankungszahlen mehrerer Jahre einfließen.
Experten gehen sogar davon aus, dass es mehr Zecken gibt als jemals zuvor. Der Grund dafür sind die milden Winter. In strengen Wintern erfrieren viele Zecken. Heute jedoch bieten die höheren Temperaturen bessere Überlebenschancen für die Tiere. Ab sieben Grad werden die sie bereits aktiv, suchen Lebewesen, an denen sie Blut saugen können. Schon im Januar kann der Spaziergänger im Wald auf Zecken treffen und Haustiere könnten die Blutsauger in die Wohnung schleppen. Zecken dringen sogar in die Parks der Städte und auf Kinderspielplätze vor, das zeigt eine Studie des Bundes Naturschutz und der Stadt München.
Noch immer besteht die Gefahr, sich mit FSME zu infizieren. FSME ist eine sehr schwere Krankheit und kann unbehandelt zum Tod führen. Ärzte raten deshalb jenen zur Impfung, die sich oft in freier Natur aufhalten - unabhängig davon, ob man in einem Risikogebiet lebt oder nicht. Denn Erkrankungen mit FSME sind auch schon in Norddeutschland aufgetreten. Krankenkassen zahlen die Impfung jedoch nur, wenn man in einem Risikogebiet lebt.
Noch stärker verbreitet ist die Borreliose. Hierzulande erkranken jährlich rund 50.000 Menschen daran. Die Krankheit schädigt das Nervensystem und die Gelenke. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es jedoch nicht, die Krankheit muss mit Antibiotika behandelt werden. Menschen können sich nur schützen, indem sie Gebüsch, Unterholz und hohes Gras beim Spaziergang meiden. Außerdem sollten Spaziergänger lange Kleidung tragen und sich nach dem Gang in freier Natur nach Zecken absuchen.
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bri/dpa
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