02.12.2009, 14:46 Uhr | cme
Kann man sich beim Husten die Rippe brechen? (Foto: imago)"Ich musste so stark husten, dass ich mir die Rippe gebrochen habe." Kann so eine Geschichte stimmen? Die Antwort lautet ja. "Es wird oft unterschätzt, wie aggressiv die Kräfte sind, die beim Husten wirken", sagt Dr. Michael Barczok, Lungenfacharzt und Pressesprecher des Bundesverbandes der Pneumologen (BdP). Doch wie sieht es mit anderen Gesundheitsmärchen aus? Verdirbt Lesen bei schlechtem Licht tatsächlich die Augen? Und verkleben Kaugummis wirklich den Magen? Wir haben die häufigsten Gesundheitsmärchen unter die Lupe genommen.
Alles Ammenmärchen, oder? Die häufigsten Gesundheitsmythen
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Beim Husten treffen mehrere Kräfte zusammen. Wir holen tief Luft, dann wird das Zwerchfell mit aller Kraft nach oben gedrückt, gleichzeitig drückt die Rippenmuskulatur die Rippen zusammen. "Die ausgestoßene Luft erreicht dabei Orkangeschwindigkeit", sagt Barczok. Die Rippen bestehen aus leichten Röhrenknochen, die relativ leicht brechen können - auch bei ansonsten gesunden Menschen. "Natürlich schaut man in so einem Fall, ob eine Grunderkrankung vorliegt", sagt Barczok. So kommen Frakturen - also Brüche - bei Osteoporose-Patienten häufiger vor. Auch ein Tumor kann dahinter stecken, wenn die Rippen brechen. Aber: Auch Gesunde können einen Bruch erleiden.
Um einen Rippenbruch zu vermeiden, aber auch bei bereits vorhandenem Bruch, empfiehlt sich schonendes Husten - Experte Barczok nennt es "zärtliches Husten". "Dabei hustet man gegen einen Widerstand - zum Beispiel gegen die Faust. Dadurch wird ein Teil der Luft zurückgehalten, der Husten ist weniger heftig.
Während der Rippenbruch beim Husten tatsächlich vorkommen kann, sind manch andere Warnungen und Behauptungen reine Märchen. So mag es zwar unangenehm sein, einen Kaugummi zu verschlucken - gefährlich ist es aber nicht. Kaugummis kleben nicht, wenn sie feucht sind und werden im Magen auch nicht weiter aufgespalten. Sie rutschen einfach durch. Zuckerfreie Kaugummis mit Sorbit können sogar abführend wirken. Die Warnung unserer Eltern und Großeltern sollte uns wohl lediglich das Kaugummikauen verleiden. Denn das Kauen in der Öffentlichkeit gilt noch bis heute - zumindest bei offiziellen Anlässen - als unschicklich.
Frauen wird manchmal geraten vor einer Brustkrebsuntersuchung kein Deodorant zu verwenden. Das hat aber nichts mit einem möglichen Krebsrisiko zu tun. Der Grund ist einfach: Spuren von Deo können bei einer Mammografie auf dem Röntgenbild erscheinen und eventuell für verdächtiges Gewebe gehalten werden. Auch eine US-Studie zeigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Deodorants und Brustkrebs gibt.
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