21.11.2011, 13:36 Uhr | dapd
2011 weniger HIV- Neuinfektionen in Deutschland. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Von einer HIV-Neuinfektion betroffen sind den Angaben zufolge 2.250 Männer und 450 Frauen. Im vergangenen Jahr hatte es rund 3.000 Neuinfektionen und 550 Todesfälle infolge der Immunschwäche gegeben. "Zu den wichtigsten Ursachen für diese positive Entwicklung gehören die intensivierte Prävention und die zunehmend frühere Diagnose und Behandlung HIV-Infizierter, die dann weniger infektiös für ihre Sexualpartner sind", erklärte RKI-Präsident Reinhard Burger. Er betonte, dass eine HIV-Infektion mit Medikamenten gut zu behandeln, aber nach wie vor nicht heilbar sei.
HIV-Infizierte weltweit (Quelle: dpa)
In Deutschland leben nach RKI-Zahlen etwa 73.000 Menschen mit HIV oder Aids. Bei etwa 14.000 von ihnen sei die Infektion noch nicht diagnostiziert worden, schätzte das Institut. Die am stärksten von HIV betroffene Gruppe seien nach wie vor homosexuelle Männer.
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Das RKI wies auf die gestiegene Zahl der Syphilisfälle bei Männern hin, die die Zahl der HIV-Neuinfektionen negativ beeinflussen könnte: Syphilis-Patienten steckten sich leichter mit HIV an und könnten HIV auch leichter übertragen, hieß es. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigte sich erfreut über die sinkende Zahl der HIV-Neuinfektionen. "Das Verhütungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland hat sich seit Beginn der Aidsaufklärung stetig verbessert und erreicht heute Bestwerte", BZgA-Direktorin Elisabeth Pott.
Eine HIV-Infektion kann zum Ausbruch des «Acquired Immune Deficiency Syndrome» (Aids) führen, einer bis heute unheilbaren schweren Störung des menschlichen Immunsystems. Die HI-Viren lösen eine massive Verminderung der sogenannten T-Helferzellen im Blut aus. Selbst an sich harmlose Infektionen können dann tödlich enden. Nach einer beschwerdearmen Latenzzeit, die bei Unbehandelten im Durchschnitt zehn bis zwölf Jahre dauert, treten gehäuft Infektionen und verschiedene Krebsarten auf. Die ersten Fälle der Immunschwäche wurden 1981 in den USA bekannt. Vermutlich nahm die Aids-Epidemie aber schon Ende der 1950er Jahre ihren Anfang.
Experten zufolge werden rund 90 Prozent der HIV-Infektionen sexuell übertragen. Beim Geschlechtsverkehr kann HIV über das Sperma in die Blutbahn der Partnerin gelangen. Ebenfalls möglich, wenn auch seltener, ist eine Übertragung von der Frau auf den Mann. Infektiöse Scheidenflüssigkeit und Menstruationsblut können durch winzige Hautrisse am Penis zur Ansteckung des Partners führen. Die Mehrheit der Infektionen erfolgt allerdings nach wie vor über homosexuelle Kontakte zwischen Männern, die sich nicht mit Kondomen schützen. Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt.
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Quelle: dapd
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