14.07.2011, 10:56 Uhr | dpa-tmn/ Neurologen im Netz
Nächtlicher Kopfschmerz kann auf einen Hirntumor hindeuten. (Foto: imago)
Wer unter plötzlich auftretenden, starken nächtlichen Kopfschmerzen leidet, sollte deren Ursache vom Facharzt abklären lassen. Sie könnten ein erstes Anzeichen für einen Hirntumor sein, warnt der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN).
Auch Sprach-, Geruchs- und Koordinationsstörungen sind mögliche Anzeichen für Funktionsausfälle im Gehirn und damit für einen Tumor. Zudem können eine schlechtere Auffassungsgabe, verschwommenes Sehen und Ausfälle im Sichtfeld auf einen Hirntumor hindeuten. Ähnlich wie Kopfschmerzen können aber auch diese Symptome auf andere Erkrankungen wie Migräne oder Epilepsie hinweisen. Nächtlicher Kopfschmerz kann zudem durch ungezügelten nächtlichen Bluthochdruck kommen. Zudem kann es sich bei immer wieder auftretenden Kopfschmerzen auch um die Vorboten eines Schlaganfalles gedacht werden. Typisch hierfür sind auch Seh- oder Sprachstörungen, Taubheitsgefühle, Schwindel, Doppelbilder oder Schluckstörungen.
„Besonders tückisch ist bei einem Hirntumor aber, dass viele Symptome der Erkrankung meist uncharakteristisch sind wie etwa Müdigkeit oder Übelkeit. Auch eine Vorsorgeuntersuchung wie bei anderen Krebsformen ist nicht möglich. Deshalb ist es wichtig, eventuelle Alarmsignale frühzeitig zu erkennen und fachärztlich abklären zu lassen“, erläutert Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). Der Arzt macht dann in der Regel ein MRT mit und ohne Kontrastmittel.
Oftmals macht sich ein Gehirntumor auch durch epileptische Anfälle bemerkbar. „Dabei verkrampfen sich unkontrolliert die Gliedmaßen und die Augen blicken zur Seite. Viele Betroffene verlieren dabei das Bewusstsein“, erklärt Beil. Doch ähnlich wie bei Kopfschmerzen, kann auch ein epileptischer Zustand verschiedene Gründe haben. Deshalb muss die Ursache wiederkehrender Kopfschmerzen oder eines Krampfanfalls von anderen Erkrankungen wie etwa Migräne oder der „klassischen Epilepsie“ abgegrenzt werden.
„Weitere mögliche Symptome eines Gehirntumors sind Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Koordinationsstörungen oder auch eine plötzliche Ungeschicklichkeit, die man von sich selbst nicht gewohnt ist. Solche neurologischen Anzeichen sind typische Hinweise für Funktionsausfälle im Gehirn“, warnt Beil. „Die Ursache der Beschwerden liegt darin, dass der Tumor funktionierendes Hirngewebe verdrängt (gutartig), oder aber in gesundes Gewebe hineinwächst und dieses zerstört (bösartig). Die Geschwulst kann dabei direkt vom zentralen Nervensystem des Gehirns ausgehen oder von seinen schützend umgebenden Hirnhäuten“, fügt der Kölner Neurologe hinzu.
Bei den meisten Betroffenen wird der Tumor ganz oder zumindest so weit wie möglich entfernt, um wichtige Hirnareale zu erhalten. In Deutschland erkranken laut BDN jedes Jahr etwa 7 von 100 000 Menschen an einem Hirntumor.
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Quelle: dpa-tmn
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