30.12.2011, 09:26 Uhr | vdb/cme
Der Hals kratzt, die Nase läuft und der Husten nervt: Hat uns die Erkältung im Griff liegt der Gedanke an Hausmittel nah. Was aber hat es mit dem warmen Bier auf sich? Erkältungs-Mythen unter der Lupe
Wer bei einer Erkältung zum aufgewärmten Bier greift, tut sich tatsächlich etwas Gutes. Der Hopfen im Bier enthält ätherische Öle und Bitterstoffe, die den Schlaf fördern. Zudem wirken die Bitterstoffe antibakteriell und das hilft gegen Krankheitserreger. Um diesen Effekt zu verstärken, wird das Bier warm, in kleinen Schlucken und mit etwas Honig getrunken. Allerdings sollten Sie es maximal auf 40 Grad erhitzen. Sonst verflüchtigen sich die guten Inhaltsstoffe. Weniger gut ist natürlich der Alkohol. Deshalb sollten Sie nicht zu viel warmes Bier trinken und eine Biersorte wählen, die einen geringen Alkoholgehalt hat. Denn zu viel Alkohol schwächt das Immunsystem. Zudem entzieht der Alkohol dem Körper Wasser, was bei einer Erkältung dann wieder einen negativen Effekt mit sich bringt. Allerdings sollte Bier nie die alleinige Maßnahme bei einer Erkältung sein. Und bei Fieber ist Alkohol tabu.
Immunsystem: Alkohol schwächt die körpereigene Abwehr
In der kalten Jahreszeit drohen Erkältungen. Doch dass Vitamin C dagegen hilft, ist ein Ammenmärchen. Es beugt der Erkältung lediglich vor. zum Video
Auch wenn Bewegung normalerweise gesund ist, schadet Sport bei einem Infekt. Denn das Immunsystem ist bereits durch die Erkältung geschwächt. Größere Anstrengungen belasten die Körperabwehr und aus einem harmlosen Infekt kann eine Angina, Bronchitis oder auch eine Herzmuskelentzündung werden. Deshalb gilt: Sich ausruhen und bei Fieber das Bett hüten. Steigern Sie nach einem Infekt ihr Training nur langsam.
Erkältungsviren lauern überall. An Haltegriffen in Bus oder Straßenbahn, auf Türgriffen oder der Hand ihres Gesprächspartners. Händewaschen ist die beste Hygienemaßnahme. Ein hundertprozentiger Schutz ist fast unmöglich. Und sich vom verschnupften Partner fernzuhalten, ist Unsinn. Der US-Schnupfenforscher Eliot Dick fand heraus, dass eine Übertragung von Erkältungsviren durch Küssen äußert selten vorkommt. Der Schnupfenexperte vermutet, dass die Viren durch den Speichel in den Magen transportiert und dort durch die Säure abgebaut werden. Dafür stärkt das Küssen das Immunsystem. Auch ein Treffen mit Freunden bringt mehr Vor- als Nachteile. Wer Spaß am Leben hat, stärkt die körperliche Abwehr und ist bestens gegen Erkältungen gefeit.
Nicht die kalte Luft draußen, sondern die Heizungsluft drinnen zählt zu den größten Erkältungsfallen. Die Schleimhäute trocknen aus und können Viren nicht mehr richtig abwehren. Drehen Sie daher die Heizung, vor allem nachts, nicht zu hoch. 18 Grad reichen völlig aus. Viel frische Luft und ausreichend Flüssigkeit halten die Schleimhäute intakt. Eine gesunde Ernährung mit viel Frischkost stärkt das Immunsystem. Vorsicht vor Diäten: Wer jetzt abnimmt, schwächt sein Immunsystem und wird für Viren anfälliger. Neben regelmäßigen Saunagängen ist zur Vorbeuge auch Ausdauersport wie Laufen, Radeln oder auch schnelles Gehen an der frischen Luft empfehlenswert. Meiden Sie außerdem Stress, Partynächte, Alkohol und besonders das Rauchen. Es ist der ideale Komplize von Erkältungsviren.
Um Erkältungen vorzubeugen, greifen viele Menschen zu Vitamin C oder Echinacea-Präparaten. Lange Zeit galten beide Mittel als gute Vorbeugung gegen die Erkältung. Doch neue Studien belegen, dass weder Vitamin C noch Echinacea die Virenerkrankung verhindern können. Dagegen haben sich regelmäßige Nasenspülungen mit Salzwasser zur Vorbeugung bewährt. Die fertige Mischungen gibt es in der Apotheke, aber man kann sie auch selbst herstellen (ein Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser).
"Mich hat die Grippe erwischt", sagt so mancher, wenn der Hals kratzt und der Kopf brummt. Ohne Frage ist eine Erkältung unangenehm. Allerdings darf sie nicht mit der echten Virusgrippe (Influenza) verwechselt werden. Die gefährliche Krankheit geht immer mit hohem Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen einher und dauert manchmal Wochen. In Deutschland sterben in jedem Winter mehrere tausend Menschen an der Grippe. Meist sind es alte oder immunschwache Menschen. Den besten Schutz vor der Influenza bietet eine rechtzeitige Grippeimpfung. Im Oktober und November ist die beste Zeit dafür - allerdings dürfen Sie bei der Impfung nicht erkältet sein.
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