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Hilfe für Büro-Alltag: Was tun, wenn aus Kollegen Feinde werden?

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Was tun, wenn aus Kollegen Feinde werden?

05.08.2010, 10:32 Uhr | Christian Teevs

Konflikt im Berufsalltag: Manchmal ist "nur" eine Klärung möglich (Foto: Imago)

Konflikt im Berufsalltag: Manchmal ist "nur" eine Klärung möglich (Foto: Imago)

Zoff im Büro ist keine Seltenheit: Kollegen arbeiten nicht kollegial zusammen, sondern bekämpfen sich. Wie aber lässt sich der Konflikt, der auch unbeteiligte Mitarbeiter belastet, lösen? Managementberater Rüdiger Klepsch gibt praktische Tipps gegen den Krieg an der Schreibtisch-Front.

Der Fall dürfte nicht nur Frauen bekannt vorkommen: Zwei Kolleginnen, die in einem Zimmer sitzen, streiten sich immer mehr. Der Berg aus Ordnern und Blumen, der beide Arbeitsplätze voneinander trennt, wächst. Bloß die andere nicht mehr sehen, lieber einen Schutzschirm aufbauen - so das Büro-Motto der Kontrahentinnen.

Vielfältige Ursachen für Streit

Die Ursachen für diese verfahrene Situation sind vielfältig: Neid, Missgunst, Inkompetenz, Angst vor Bedeutungsverlust, falsch verstandene Aussagen. Schließlich ist es nicht entscheidend, was die eine sagt, sondern was die andere versteht. Konflikte zwischen Frauen können böse enden, keine Frage. Aber auch zwischen Männern oder zwischen den Geschlechtern sind solche Auseinandersetzungen nicht minder belastend.

Denn Konflikte:

  • ...wirken in ähnlicher Weise wie Schmerzen: Man konzentriert sich unwillkürlich immer mehr auf den Konflikt. Die übrigen äußeren Ereignisse verlieren ihre Bedeutung. Es kommt zu Pauschalisierungen, Generalisierungen oder Überzeichnungen.

  • verringern das Einfühlungsvermögen. Emotionen gewinnen ein Eigenleben. Wenn man verzerrt wahrnimmt, sind weitere Missverständnisse auf beiden Seiten die Folge.

  • ....belasten das Arbeitsklima, also auch die Kollegen, die nicht direkt davon betroffen sind. Speziell bei den direkt Betroffenen verursachen sie Leistungsabfälle. Manchmal führen sie zu psychischen Störungen, später kann es sogar zu körperlichen Störungen kommen.

Und es wird noch komplizierter:

  • Nicht jeder Konflikt ist gleich erkennbar. Aber es gibt Warnsignale: Aufmerksam werden sollten Sie, wenn der Umgangston von weniger herzlich auf formal schwenkt, Blickkontakt gemieden wird, sozialer Rückzug deutlich wird. Der wichtigste Gradmesser und das empfindlichste Instrument sind Sie selbst.

Konflikte nicht unter den Teppich kehren

Um Möglichkeiten zur Lösung von Konflikten zu identifizieren, ist erst einmal entscheidend, was man nicht tun sollte. Es bringt nichts, Konflikte auf Dauer unter den Teppich zu kehren, laut zu werden, das Gegenüber zu veralbern, vor lauter Sturheit nicht mehr zuzuhören oder sich mit der Schuldfrage aufzuhalten.

Bloß nicht warten

Unbeteiligte Kollegen, die nicht als Moderatoren von beiden anerkannt werden, sollten unbeteiligt bleiben. Der schlimmste Fehler ist es jedoch, zu warten! Die Gefahr, dass andere mit hineingezogen werden, oder dass Sie sich immer weiter verstricken, wächst.

Was also tun, um die verfahrene Situation zu beenden?

  • Sprechen Sie Dinge, die aus Ihrer Sicht "schräg" laufen oder sich befremdlich anfühlen, früh unter vier Augen an. Das ist die beste Prävention gegen eine zunehmende Verschärfung. Natürlich macht auch hier schon der Ton die Musik. Er muss angemessen und offen sein. Vermeiden Sie Vorwürfe und stellen Sie lieber Fragen. Nur so verhindern Sie eine zunehmende Verstrickung!

  • Vereinbaren Sie ein Treffen, nehmen Sie sich Zeit, so dass Sie ungestört reden können.

  • Versuchen Sie die eigene Wahrnehmung darzustellen. Ich-Aussagen statt Du-Aussagen helfen hier immens.

  • Machen Sie aus Vorwürfen Wünsche. Aber hören Sie auch genau zu. Eine gute Übung für beide ist, das in eigenen Worten zu wiederholen, was jeder jeweils verstanden hat. So wird sichergestellt, dass man nicht vollkommen aneinander vorbeiredet. Da bei Konflikten immer Emotionen im Spiel sind, müssen sie - wenn auch dosiert - heraus: Aber speziell im Arbeitsalltag muss die Richtung auf Lösungen und Zukunft, weniger auf Schuld und Vergangenheit, ausgerichtet sein.

Konfliktlösung gemeinsam planen

Aus meiner Berufserfahrung folgt, dass nur 10 bis 20 Prozent der Konflikte im Berufsalltag gelöst werden können. 80 Prozent der Konflikte lassen sich höchstens bewältigen. Manchmal ist "nur" eine Klärung möglich. Daher sollte man - wenn es nicht zu einer einfachen Lösung kommt - gemeinsam planen, wie künftige Konflikte gemieden werden könnten. Das hat auch den Vorteil, dass zwei Konfliktpartner etwas Gemeinsames entwickelt haben. Daraus kann wiederum der erste Erfolg einer gelungenen Zusammenarbeit entstehen. Wenn Sie es allein nicht mehr schaffen, wenden Sie sich möglichst gemeinsam an den Vorgesetzten. Wenn es dem auch nicht gelingt, eine tragfähige Lösung zusammen mit Ihnen zu entwickeln oder er Ihr Vertrauen nicht besitzt, ist es Zeit für ein professionelles Konflikt-Coaching.

Ratgeber: Konflikte im Büro - So lösen Sie Probleme mit Kollegen


Quelle: Spiegel Online

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