07.06.2010, 00:00 Uhr | ag/vdb
Heuschnupfen: Zwölf Millionen Deutsche leiden darunter. (Foto: imago)
Tränende Augen, juckende Nase: Rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Heuschnupfen, das Sommerwetter können sie kaum genießen. Starker Pollenflug macht ihnen das Leben schwer. Doch viele Betroffene wissen über Allergien nicht Bescheid, es kursieren viele Mythen und Halbwahrheiten über das Volksleiden. Gibt es Allergien wirklich erst seit der Neuzeit?Und fördert übertriebene Hygiene die Entstehung der Krankheit? Wir haben die größten Allergie-Mythen unter die Lupe genommen.
Entgegen der weit verbreiteten Meinung gibt es Allergien nicht erst seit wenigen Jahrzehnten. Bereits von den alten Persern wird über Symptome berichtet, die dem Heuschnupfen ähneln. Richtig ist allerdings, dass die Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. Über die Ursachen wird geforscht, allerdings ohne eindeutiges Ergebnis. Offenbar spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Neben Luft- und Umweltverschmutzung wird vor allem der veränderte Lebensstil als Ursache vermutet. So erhöht eine übertriebene Hygiene in den ersten Lebensjahren offenbar das Risiko, eine Allergie zu entwickeln, da das Immunsystem dadurch nicht ausreichend "trainiert" wird.
Viele (noch) nicht Betroffene nehmen an, dass Allergien nur in den Kindertagen entstehen. Doch der Schluss "Erwachsenenalter erreicht, gleich sicher vor Allergien", trifft nicht zu. Jeden kann es treffen, manche Menschen leiden im Rentenalter erstmals unter lästigen Heuschnupfen-Symptomen. Wer unter einer Allergie leidet, muss oftmals befürchten, eine weitere zu bekommen. Bei vielen Patienten entstehen mit der Zeit Kreuzallergien. Besonders häufig sind Kreuzungen der Allergene Beifuß und Basilikum, Gräser und Getreide sowie Birkenpollen und Birnen.
Über die Behandlungsmöglichkeiten wissen ebenfalls viele Menschen nicht Bescheid. So gilt eine frühe so genannte Hyposensibilierung als wirksame Therapie, um die Symptome abzuschwächen oder sogar ganz verschwinden zu lassen. Bei dieser Therapie wird der Körper schrittweise mit dem Allergen vertraut gemacht, bis er - im Idealfall - kaum noch auf den Auslöser reagiert. Die Behandlung erfolgt entweder per Injektion oder per Tablette und dauert zwei bis drei Jahre. Doch auch Augentropfen und Nasensprays, mit oder ohne Cortison, können die Symptome lindern.
ag/vdb
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