04.09.2008, 12:14 Uhr
Während für viele Winterüberdrüssige die Laune mit dem Frühling wieder steigt, leiden mittlerweile rund 20 Prozent der Bevölkerung in der schönsten Zeit des Jahres unter Heuschnupfen. Tendenz steigend: Experten rechnen damit, dass bis 2050 nahezu jedes zweite Kind mit brennenden Augen und juckender Nase auf Pollenflug reagieren wird. Medizinern zufolge hat sich die Zahl der Betroffenen in den vergangenen Jahren um ein Mehrfaches vervielfacht. Auch wenn diese Form des Heuschnupfens - im Gegensatz zu allergischen Reaktionen auf Staub und Hausmilben - nur saisonal auftritt, fühlen sich die Betroffenen müde, krank und schlapp. Weil der Körper annimmt, er müsse Gras- oder Kräuterpollen als Fremdkörper abwehren, hat der Patient ständig tränende Augen und eine laufende Nase.
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Mediziner gehen davon aus, dass die Ursache sowohl genetisch bedingt, aber auch auf Umwelteinflüsse zurückzuführen ist. In einem Drittel der Fälle ist die Überempfindlichkeit von den Eltern geerbt. Leiden sowohl Mutter als auch Vater an derselben Allergie, liegt das Risiko der Vererbung bei 80 Prozent. Zu Umwelteinflüssen, die die Allergie noch verstärken können, zählen Tabakrauch und Autoabgase.
Mit der Allergie ist nicht zu spaßen. Wer nichts gegen sie unternimmt, läuft Gefahr, dass die Allergie auf die Lunge übergreift. Allergisches Asthma kann die Folge sein. Möglich ist auch, dass der Körper weitere Überempfindlichkeiten entwickelt. Und auch wer bislang vor dem Angriff des Blütenstaubs sicher war, kann in späteren Jahren noch getroffen werden. Bei der Behandlung muss zwischen der Bekämpfung der akuten Symptome und der Heilung unterschieden werden. Im ersten Fall werden Antihistaminika (ein Gegenmittel zum Histamin, einem Gewebshormon, das an allergischen Reaktionen beteiligt ist) und Kortisonpräparate eingesetzt. Oft wird zur langfristigen Besserung eine Desensibilisierung empfohlen. Bei dieser Methode wird der Stoff, der die Allergie auslöst, unter die Haut gespritzt. Zunächst in kleinen, später in größeren Mengen. Ziel der meist zwei bis drei Jahre dauernden Therapie ist es, dass sich der Körper an den Stoff gewöhnt und bei Kontakt nicht mehr allergisch reagiert. Diese Methode hat jedoch auch Kritiker. Die Therapie muss auf jeden Fall von einem Arzt vorgenommen werden.
Die einfachste Maßnahme: den Kontakt mit den Pollen vermeiden. Bleiben Sie wenn möglich zwischen sieben und acht Uhr morgens bzw. 18 bis 22 Uhr in Ihrer Wohnung. Auf dem Land gelten etwas verschobene Zeiten. Hier empfiehlt es sich, zwischen 17 bis 19 Uhr nicht in die Natur zu gehen. Grundsätzlich gilt: Der Angriff der Pollen verschlimmert sich, wenn es länger nicht geregnet hat. Waschen Sie Ihre Haare möglichst vor dem Schlafengehen, wechseln Sie den Kopfkissenbezug häufig, aber trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien. Informieren Sie sich in unserem Pollenkalender, wann mit den die für Sie gefährlichen Pollen zu rechnen ist:
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