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Herzinfarkt-Risiko: Neue Methode zur Früherkennung

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Herzinfarkt-Risiko kann früher erkannt werden

09.04.2009, 09:48 Uhr | ts

Herzinfarkt: Querschnitt durch ein Herz mittels Herz-CT. (Foto: Herrn PD Dr. Schmermund, Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB))Querschnitt durch ein Herz mittels Herz-CT. (Foto: Herrn PD Dr. Schmermund, Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB))Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins in der westlichen Welt - vor allem, weil es kaum Warnzeichen gibt. Eine neue Methode soll jetzt die Vorhersage von Herzinfarkten verbessern. Immerhin 30 Prozent der Bevölkerung haben ein mittleres Herzinfarkt-Risiko - oft ohne es zu wissen. Mit Hilfe der Untersuchung, bei der die Verkalkung der Herzgefäße gemessen wird, sollen diese Menschen künftig schneller behandelt werden.


Grafik Das sind die typischen Infarktsymptome

Bessere Einstufung kann Leben retten

Forscher des Universitätsklinikums Essen haben in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass die Verkalkung der Herzkranzgefäße Aufschluss darüber geben kann, wie hoch das Risiko für eine lebensgefährliche Herzerkrankung tatsächlich ist. Die neue Diagnose wurde an 4800 zufällig ausgewählten Personen zwischen 45 und 75 Jahren erprobt. Zusammen mit den herkömmlichen Kriterien bei einer Vorsorgeuntersuchung konnten die Studienteilnehmer nun sehr viel genauer in eine Risikogruppe eingestuft werden. Personen mit einer starken Verkalkung könnten mit Medikamenten versorgt werden, während man Menschen mit einem niedrigen Verkalkungsgrad ihren Lebensstil ändern sollten.

Chance für Risiko-Patienten

Die neue Diagnose erfolgt mit Hilfe eines sogenannten Elektronenstrahl-Tomographen (EBCT). "Diese zusätzliche Untersuchung der Koronarverkalkung kommt vor allem Patienten in der mittleren Risikogruppe zugute, denn ein hoher Verkalkungsgrad kann anzeigen, dass ein akutes Ereignis droht", sagt der Direktor des Westdeutschen Herzzentrums an der Klinik, Professor Raimund Erbel. "Wer ein niedriges Risiko hat, der hat Glück. Menschen mit hohem Risiko werden behandelt, aber beim mittleren Risiko haben wir uns bislang in einer Grauzone bewegt", erklärt Stefan Möhlenkamp vom Uniklinikum Essen, "wir wussten nicht genau, ob sie behandlungsbedürftig sind oder nicht." Dabei werden immerhin 30 Prozent der Bevölkerung dieser Gruppe zugeordnet, wobei der männliche Anteil deutlich höher liegt.

Genauere Diagnose möglich

Eine Ausweitung der Vorsorgeuntersuchung mit dem EBCT könne künftig sehr vielen Menschen das Leben retten, betonte Erbel. Eine Verkalkung der Herzkranzgefäße lasse sich sehr viel früher nachweisen als andere Symptome, die auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hindeuten. Möhlenkamp bedauert allerdings, dass das Verfahren noch weitgehend unbekannt ist. "Viele Hausärzte kennen es überhaupt nicht und wenden es nicht an".

Das eigene Risiko kennen

Herzinfarkt ist kein unentrinnbares Schicksal. Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Zigarettenkonsum und Diabetes gehören zu den vermeidbaren Risikofaktoren. Herzspezialisten betonen immer wieder, dass die richtige Einschätzung des individuellen Herzinfarktrisikos einer Person entscheidend sei, um erfolgreich vorzubeugen. "Wer über 45 Jahre ist und mindestens einen Risikofaktor mitbringt, also zum Beispiel übergewichtig ist, sollte sein Risiko beim Arzt erfassen lassen", empfiehlt Prof. Helmut Gohlke vom Herzzentrum in Bad Krozingen.

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ts  

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